Seit alters her wird metallisches Blei in reiner, später in schwach legierter Form aus Feuerwaffen verschossen. In Handfeuerwaffen geht die Verwendung in Verbindung mit Schwarzpulver bis in deren Anfangszeit zurück. Nach den "nackten" gegossenen Rundkugeln kamen später die in Lappen gewickelten Pflasterkugeln und danach "Langgeschosse" verschiedener Typen auf, die Fettrillen oder eine Papierumwicklung aufwiesen.
Das Schwermetall Blei selbst kommt als Erz vor und wird durch Verhüttung gewonnen. Der niedrige Schmelzpunkt von nur 327° ist ein Vorteil bei der Verhüttung bzw. dem Recycling. Durch die gute Recycling-Fähigkeit wird heute überwiegend Altblei aufbereitet und für Bleigeschosse aller Art und viele andere Zwecke verwendet. Hartblei ist mit zirka 3,5% Antimon legiert. Spuren von Silber, Kupfer, Zinn usw. spielen keine Rolle.
Die industrielle Herstellung von Langgeschossen aus Blei erfolgt durch Kaltfließpressen, einem rein mechanischen Vorgang mit geringem Energieaufwand. Diese Anmerkung sei gemacht, um die meist nur einseitig herausgestellten umweltrelevanten Vorteile von Blei-Ersatzstoffen zu relativieren. Entweder sind sie als Ressource knapp, oder die Herstellung ist aufwendig. Bei Schrot gilt Ersteres für Wismut, Zink und Wolfram, Letzteres trifft für Eisen zu. Die in den USA von einigen Firmen angebotenen "Tungsten"-Schrote sind nicht CIP-konform. RUAG stellt jetzt solche Schrotpatronen her, deren Stückpreis allerdings bei drei Euro liegt (s. St. Hubertus Spezial 10). Schon von daher wird dieses Material für die Jagd an und über Wasserflächen kaum an die Verwendung von Weicheisenschrot oder gar an Blei herankommen.
GrößerDie Bleilüge
Lobbyarbeit der Jagdgegner
Kürzlich haben die Landesjägermeister empfohlen, bei der Jagd an Flachgewässern keine Bleischrote zu verwenden. Was bei uns noch eine Empfehlung ist, ist in Deutschland schon Gesetz. Doch wie gefährlich sind Bleigeschosse wirklich? Ein Experte klärt Sie auf.
Blei ist giftig
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Auf diesen kurzen Nenner gebracht trifft das für Geschossblei eindeutig nicht zu. Metallisches Blei ist zunächst einmal hinsichtlich der Wirkung im menschlichen Körper faktisch unbedenklich, wenn drei wesentliche Voraussetzungen nicht gleichzeitig erfüllt werden: Nämlich Löslichkeit, Menge und Einwirkungsdauer. Schon wenn einer dieser Faktoren fehlt, ist keine gesundheitliche Gefährdung zu erwarten.Wenn von Bleivergiftungen gesprochen wird, haben diese ganz andere Ursachen, wobei es sich in der Regel um Berufskrankheiten handelt. Der Eintrag entsteht entweder durch lungengängigen Bleidampf, wie bei der Bleischmelze oder durch verbleites Benzin durch Einatmen. Durch die Einführung bleifreien Benzins ist diese Gefahr weitestgehend entfallen.
Mehr noch entstehen Bleivergiftungen durch orale Aufnahme von löslichen Bleiverbindungen (Bleiacetat, Bleizucker), die durch die Verbindung des Bleis mit organischen Säuren (z. B. Butter-, Milch-, Essig-, Weinsäure) entstehen, die in verschiedenen Nahrungsmitteln oder dem Körperschweiß enthalten sind. Genau diese Vermischung von Wirkung und Ursache wird dazu benutzt, um Blei generell als höchst bedenklich einzustufen.
Eine ganze Reihe früherer Ursachen für Bleivergiftungen sind entweder durch andere Arbeitsmethoden oder bessere Hygiene entfallen. Bleiacetat führte durch Jahrzehnte langes Hantieren mit Blei z. B. mit Drucklettern im Bleisatz, mit Bleimennige im Malerhandwerk oder im Kfz-Handwerk mit Wuchtblei in Verbindung mit ungenügender Hygiene beim Essen und Rauchen zu Vergiftungen.
Auch wird angeführt, dass es durch früher verbaute Bleileitungen zu Vergiftungen gekommen sei, was so nicht stimmt. Neuere Untersuchungen antiker Knochenfunde haben ergeben, dass durch die Kalkkruste die Rohre geschützt waren und für die Bleivergiftungen nicht ursächlich gewesen sein konnten. Dagegen kam es durch den Gebrauch von Bleibechern, aus denen Wein, Milch, Essig oder Fruchtsaft getrunken wurde, zur Bildung von Bleiacetat, das zu chronischen Vergiftungen führte.
Blei auf der Jagd
Der Jäger kommt mit metallischem Blei, soweit es in Patronen verladen wird, nicht in Berührung. Selbst der jagdliche Wiederlader nur, wenn er für seinen Revolver Bleigeschosse verlädt. Mit Jagdschrot oder Bleigeschossen haben unsere Altvorderen abgeschossene Patronen wiedergeladen, wobei kein einziger Fall bekannt ist, dass jemand dadurch zu Schaden gekommen wäre.
Blei findet seines hohen spezifischen Gewichtes von 11,34 g pro cm3 und seiner leichten Verarbeitung wegen seit jeher Verwendung in Geschossen. Mit dem Aufkommen des rauchschwachen Nitropulvers kamen Geschosse in Gebrauch, deren Mantel aus Kupfer, Tombak, Flusseisen oder Neusilber den Bleikern ganz oder teilweise umhüllte. Diese Mantelgeschosse konnten auf eine hohe Geschwindigkeit gebracht werden und das, ohne die Drallfelder zu überspringen. Mit der Verkleinerung der Kaliber wurden die Geschosse schwerer und länger, was wiederum kurzen Drall erforderte. Die hohe Querschnittsbelastung von bis zu 30 g/cm2 brachte eine stark verbesserte Ballistik sowohl im Flug als auch im Ziel. Mit der gestreckteren Flugbahn war auch ein besserer Durchschlag verbunden.
Als durch Völkerrecht Teilmantelgeschosse für militärische Handfeuerwaffen verboten wurden, fand dieser Geschosstyp nur noch in Jagdpatronen Verwendung. Wenn in den Medien davon gesprochen wird, dass Jäger "gefährliche Dumdum-Geschosse" verwenden würden, wird verkant, dass der Jäger das Wild im Schuss möglichst töten will, während im Krieg die Außergefechtsetzung das Ziel ist. Viele Soldaten haben schwere Schussverletzungen überlebt, die mit TM-Geschossen den sicheren Tod bedeutet hätten.
Blei findet seines hohen spezifischen Gewichtes von 11,34 g pro cm3 und seiner leichten Verarbeitung wegen seit jeher Verwendung in Geschossen. Mit dem Aufkommen des rauchschwachen Nitropulvers kamen Geschosse in Gebrauch, deren Mantel aus Kupfer, Tombak, Flusseisen oder Neusilber den Bleikern ganz oder teilweise umhüllte. Diese Mantelgeschosse konnten auf eine hohe Geschwindigkeit gebracht werden und das, ohne die Drallfelder zu überspringen. Mit der Verkleinerung der Kaliber wurden die Geschosse schwerer und länger, was wiederum kurzen Drall erforderte. Die hohe Querschnittsbelastung von bis zu 30 g/cm2 brachte eine stark verbesserte Ballistik sowohl im Flug als auch im Ziel. Mit der gestreckteren Flugbahn war auch ein besserer Durchschlag verbunden.
Als durch Völkerrecht Teilmantelgeschosse für militärische Handfeuerwaffen verboten wurden, fand dieser Geschosstyp nur noch in Jagdpatronen Verwendung. Wenn in den Medien davon gesprochen wird, dass Jäger "gefährliche Dumdum-Geschosse" verwenden würden, wird verkant, dass der Jäger das Wild im Schuss möglichst töten will, während im Krieg die Außergefechtsetzung das Ziel ist. Viele Soldaten haben schwere Schussverletzungen überlebt, die mit TM-Geschossen den sicheren Tod bedeutet hätten.
Moderne Entwicklungen
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Während militärische Geschosse den Bleikern hinten freilassen, ist das in der Regel bei Jagdgeschossen vorne der Fall. Ist der Zielwiderstand sehr stark, kann der Mantel so weit einreißen, dass es zu einer Trennung von Bleikern und Mantel kommt. Um diesen Nachteil auszugleichen, der mit geringer Eindringtiefe verbunden ist, wurde zunächst versucht, durch Einschnürungen im Mantel den Kern zu fixieren. Weitere Entwicklungen verliefen in unterschiedlicher Mantelstärke (Starkmantel), Kernen in unterschiedlicher Härte (TIG, TUG), unterteiltem oder mehrfachem Mantel (H-Mantel, D-Mantel), Zweikammer-Geschossen (Nosler Partition, Swift A-Frame, Lapua Forex, Winchester Fail Safe) oder Verbund-Geschossen, bei denen der Kern in den Mantel unlösbar eingeschmolzen ist.Als Blei in die Diskussion kam, wurde versucht, dieses Metall durch andere Stoffe zu ersetzen. Eines der ersten was das ABC von Hirtenberger und das SFS von MEN, beides Massivgeschosse aus Tombak, in deren Spitze Sollbruchstellen eine gesteuerte Aufpilzung bewirken sollten. Beide Geschosse werden nicht mehr gefertigt und wurden von anderen bleifreien Typen abgelöst. Inzwischen sind Geschosse aus homogenem Kupfer, Messing oder Tombak auf dem Markt, die mit oder ohne "Starter" im Geschosskopf je nach Zielwiderstand mehr oder weniger weit aufpilzen.
Die gegenüber Geschossen mit Bleikern leichteren Vollgeschosse (Kupfer 8,94/cm3) verformen sich im Gewehrlauf weniger und belasten diesen daher mehr. Bei Messing-Geschossen wird versucht den Durchpresswiderstand mittels Führungsbändern zu reduzieren. KJG, HDB, Impala, BarnesX und Copper Solid sowie Romey-Silber Solid sind nur einige davon. Bei sprödem Material können die Kopffahnen abbrechen, was das Geschossrestgewicht reduziert und die relativ großen Fragmente als Sekundärgeschosse im Wildkörper zur Wirkung kommen lässt.
Wenn der Stärke des Wildes angemessene Kaliber verschossen werden, kommt es in aller Regel zum Durchschuss. Nur selten werden Geschosse geborgen, anhand derer die Verformung sichtbar ist.
Schon früher wurde versucht, die Verbindung von Kern und Mantel zu verbessern. Durch verbesserte Verfahren gibt es eine ganze Reihe von "Verbundgeschossen", bei denen der Kern galvanisch mit dem Mantel verbunden ist. Bekannteste Vertreter dieses Typs sind Federal Trophy Bonded und Fusion, Norma Oryx, Nosler Accubond, Blaser CDP, Speer-Hot-Core, Brenneke TOG und RWS-Evolution. Die Abstreifung von Blei ist minimal.
Blei im Wildkörper
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Seit in den USA bekannt wurde, dass sich zwischen zwei und drei Millionen Enten durch Aufnehmen von Bleischroten tödlich vergiftet haben sollen, steht man Blei auch in Mitteleuropa kritisch gegenüber. Die Enten würden beim Gründeln vom Grund flacher Gewässer die dort in großen Mengen liegenden Schrote aufnehmen.Die auf unbewiesenen Schätzungen beruhenden Zahlen wurden von jagdfeindlichen Umweltverbänden lanciert und von der Politik aufgegriffen. Allein schon bei der behaupteten riesigen Zahl von Bleiopfern fehlt die Angabe, in welchem Zeitraum diese zu Tode gekommen seien sollen. Auch fehlt jede Angabe, wie viele tot aufgefundene Enten auf den Blutbleigehalt oder nur mittels Röntgen untersucht wurden. Letzteres geht zwar schnell und einfach, belegt aber in keiner Weise eine Bleivergiftung, sondern lediglich das Vorhandensein von Bleischroten im Körper.
Wird eine Ente durch Schrote nicht tödlich getroffen, geht sie durch inneres oder äußeres Verbluten bzw. durch Sepsis oder Wundbrand ein, wenn Magen-, Darm- oder Kropfinhalt in die Blutbahn gelangt. Diese Todesursache hat mit dem Blei an sich nichts zu tun, sondern würde bei jeder Geschossart, ob Blei, Eisen, Wismut, Zink oder Kirschkernen eintreten.
Es ist bekannt, dass bei Jagdunfällen mit Schrot viele Schrote im Körper belassen bleiben, weil deren Entfernung mehr Schaden anrichten würde. Mir sind einige Fälle bekannt, wo Schrote im Körper seit Jahrzehnten nicht die geringsten Beschwerden auslösen.
Im Jagdjahr 2003/2004 wurden allein in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweden, Finnland über 1,65 Millionen Enten erlegt. Aus noch keinem europäischen Land wurde bekannt, dass man tot aufgefundene Enten dahin-
gehend untersucht hat, ob diese an selbst aufgenommenen Bleischroten eingegangen sind.
Man hat zumindest in Deutschland die aus den USA stammenden Zahlen in einer Zeit ungeprüft übernommen, als dies politisch ins Konzept passte. Wenn in Deutschland von 1993 bis 2003 rund 6,9 Millionen Enten erlegt wurden, müssten sich doch auch Enten vergiftet haben, durch Gründeln der auf dem Grund von Flüssen, See und Teichen massenhaft liegenden Bleischrote. Auch bei unseren Enten ist noch kein "echter" Vergiftungsfall durch das "Fressen" von Blei bekannt geworden.
Besonders publikumswirksam wurde seitens des "Naturschutzes" der Tod von Seeadlern in Brandenburg "vermarktet". Hier sollen sich Seeadler durch Atzen von Schalenwild-Aufbrüchen vergiftet haben, die Splitter von Bleikerngeschossen enthielten. Jeder Jäger weiß, dass die Mehrzahl von Wild vom Geschoss durchschlagen wird und kaum Geschossteile im Aufbruch verbleiben bzw. gefunden werden. In keinem Fall wird ein Adler so viel davon fressen, dass er daran eingeht. Nachdem selbst 50%ige Salzsäure Blei nicht anlöst, ist das auch durch die Magensäure eines Greifvogels nicht möglich. Von der kurzen Verweildauer im Zuge der Verdauung ganz abgesehen.
Bei jungen Adlern liegt es weit näher, dass sie sich mit toten Fischen vergiftet haben, die ihrerseits umweltbelastet waren, zumal diese leicht vom Wasser aufzunehmen sind. Im Februar 2007 lieferte der Vogelschutzbund einen "an Bleischrot erkrankten Adler" bei der Uni-Klinik in München ein, verbunden mit der Forderung, Bleischrot sofort zu verbieten. Weder von den Vogelschützern noch von der Uni-Klink war zu erfahren, an was der Adler eingegangen war. Blei war es offensichtlich nicht.
Das deutsche Bundesland Brandenburg erkannte sofort "Handlungsbedarf" und verbot die Verwendung von bleihaltigen Büchsengeschossen. Im Gegenzug erlaubte Mecklenburg-Vorpommern zur Bekämpfung der Vogelgrippe dafür den Einsatz von Bleischrot.
Es ist ohnehin schwer vorstellbar, dass Seeadler eine "schärfere" Magensäure haben sollen als Steinadler. Wie auch immer; bislang wurden im Alpengebiet keine vergifteten Adler gefunden, obwohl auch dort die Wildaufbrüche für die Greifvögel verfügbar sind.
Sollte es zutreffen, dass "gefressenes Blei" in Enten zu Vergiftungen führt, müssten in Amerika immer noch Tausende daran eingehen. Es ist kaum anzunehmen, dass seit Einführung des Bleiverbotes alles Bleischrot vom Grund der Seen, Flüsse oder Sümpfe aufgepickt wurde. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass in den letzten Jahren keine diesbezüglichen Meldungen mehr in Umlauf kamen. Die Bleigegner haben ihr Ziel erreicht und ignorieren darüber hinaus schlichtweg die vorher behauptete latente Gefahr von Blei in Gewässern. Gerade dieser Aspekt zeigt, wie Stimmungsmache betrieben wird.
Nachdem einige ostdeutsche Forstverwaltungen bereits bleifreie Büchsengeschosse vorgeschrieben hatten, kam es zu Unfällen durch abirrende oder durchschlagende Massivgeschosse sowohl auf der Jagd als auch auf Schießständen. Die Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (DEVA) wurde mit entsprechenden Untersuchungen beauftragt und stellte ein erhöhtes Gefährdungspotenzial fest. Nun wird wieder zurückgerudert und von der Verwendung von Massivgeschossen abgeraten bzw. diese verboten, kaum dass sie vorgeschrieben wurden.
Geschossblei im Menschen
Noch bei keinem Jäger oder Konsumenten von Wildfleisch, sei es von Haar- oder Federwild, konnte eine Bleivergiftung nachgewiesen werden, die auf die Aufnahme bei Geschossblei beim Verzehr von Wildpret zurückzuführen wäre.
Korrespondenz und Gespräche mit namhaften Fachleuten haben mich in der Ansicht über die jagdliche Unbedenklichkeit von Blei bestärkt. Trotz dieser Aussagen verweist der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) auf Untersuchungen, die jagdlich entweder irrelevant sind oder ungeprüft als Zugeständnis gegenüber jagdfeindlichen Kreisen den Jägern abverlangt werden.
Wie schon eingangs erwähnt, kommen hier die dafür notwendigen Parameter Löslichkeit, Dauer und Menge an Blei nicht zusammen. Ein Teil an Bleischrot wird beim Kauen bemerkt und gar nicht erst verschluckt und selbst wenn, dann geht von den ohnehin wenigen Schroten wegen deren kurzer Verweildauer im Magen und Darm keine Gefährdung aus. Das für Wasserwild nunmehr obligatorische bleifreie Schrot, in der Regel Weicheisen, ist zwar "neutraler", aber weniger zahnfreundlich. Auf manchen Verpackungen von "Steel shot" wird sogar darauf hingewiesen.
Die Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF in Kulmbach) hat Wildpret hinsichtlich der Bleikontamination untersucht. Dabei wurde vor allem auf Bleirückstände im Bereich des Schusskanals geachtet. Dass stark zerschossenes Gewebe gar nicht verwertet wird, wurde übergangen. Zwar wurden zunächst messbare Bleiwerte ermittelt, die aber mit der Zeit zurückgingen. Bei Gefriergut waren keine nennenswerten, geschweige denn gesundheitsschädliche Werte feststellbar. Durch das "Beizen" von Fleisch in Milch oder Essig ließ sich durch die Einwirkung der organischen Säuren eine geringe Belastung nachweisen.
Zu ganz anderen Werten kam eine Dissertation der Uni Weihenstephan, bei der gleich 300-fach zu hohe Bleiwerte ermittelt wurden. Diese "Arbeit" hat jedoch so viele Mängel, dass sie sich selbst disqualifiziert.
Bei den vorgenannten Aspekten blieb bei Büchsengeschossen und Jagdschrot die noch umstrittene Zielballistik von bleifreien Grundstoffen als Munition außen vor. Nachdem bei der Jagd auch der Tierschutz relevant ist, dürfen dem Wild keine vermeidbaren Schmerzen zugefügt werden. Wenngleich den bleifreien Büchsenpatronen eine gleich gute Tötungswirkung attestiert wurde, ist Schweden davon schon wieder abgerückt. Bei Weicheisen-Schrot kann nur mit einer um zwei Nummern höheren Stärke eine annähernd gleiche Wirkung erzielt werden und das bei einer Beschränkung in der Entfernung.
Korrespondenz und Gespräche mit namhaften Fachleuten haben mich in der Ansicht über die jagdliche Unbedenklichkeit von Blei bestärkt. Trotz dieser Aussagen verweist der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) auf Untersuchungen, die jagdlich entweder irrelevant sind oder ungeprüft als Zugeständnis gegenüber jagdfeindlichen Kreisen den Jägern abverlangt werden.
Wie schon eingangs erwähnt, kommen hier die dafür notwendigen Parameter Löslichkeit, Dauer und Menge an Blei nicht zusammen. Ein Teil an Bleischrot wird beim Kauen bemerkt und gar nicht erst verschluckt und selbst wenn, dann geht von den ohnehin wenigen Schroten wegen deren kurzer Verweildauer im Magen und Darm keine Gefährdung aus. Das für Wasserwild nunmehr obligatorische bleifreie Schrot, in der Regel Weicheisen, ist zwar "neutraler", aber weniger zahnfreundlich. Auf manchen Verpackungen von "Steel shot" wird sogar darauf hingewiesen.
Die Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF in Kulmbach) hat Wildpret hinsichtlich der Bleikontamination untersucht. Dabei wurde vor allem auf Bleirückstände im Bereich des Schusskanals geachtet. Dass stark zerschossenes Gewebe gar nicht verwertet wird, wurde übergangen. Zwar wurden zunächst messbare Bleiwerte ermittelt, die aber mit der Zeit zurückgingen. Bei Gefriergut waren keine nennenswerten, geschweige denn gesundheitsschädliche Werte feststellbar. Durch das "Beizen" von Fleisch in Milch oder Essig ließ sich durch die Einwirkung der organischen Säuren eine geringe Belastung nachweisen.
Zu ganz anderen Werten kam eine Dissertation der Uni Weihenstephan, bei der gleich 300-fach zu hohe Bleiwerte ermittelt wurden. Diese "Arbeit" hat jedoch so viele Mängel, dass sie sich selbst disqualifiziert.
Bei den vorgenannten Aspekten blieb bei Büchsengeschossen und Jagdschrot die noch umstrittene Zielballistik von bleifreien Grundstoffen als Munition außen vor. Nachdem bei der Jagd auch der Tierschutz relevant ist, dürfen dem Wild keine vermeidbaren Schmerzen zugefügt werden. Wenngleich den bleifreien Büchsenpatronen eine gleich gute Tötungswirkung attestiert wurde, ist Schweden davon schon wieder abgerückt. Bei Weicheisen-Schrot kann nur mit einer um zwei Nummern höheren Stärke eine annähernd gleiche Wirkung erzielt werden und das bei einer Beschränkung in der Entfernung.
Fazit
Größer
Was die Bleihysterie in den USA betrifft, liegt der Verdacht nahe, dass man seitens der Regierung auf den Zug der Jagdgegner aufgesprungen ist, um von anderen Umweltproblemen abzulenken. Die Weigerung der USA, dem Kyoto-Protokoll beizutreten, ist nur ein Beweis unter vielen.Dass bleifreie Jagdpatronen, insbesondere bei Schrot, eine andere Ballistik und Wirkung haben, ist klar. Das heißt auch, nicht jede Flinte verträgt bleifreie Schrote. Wer seine elegante Ferlacher- oder zierliche Merkel-Flinte mit Stahlschrot füttert, braucht anschließend eine robustere Flinte. Die geringere Verformung von Weicheisenschrot erhöht zudem die Abprallneigung, verringert wegen des um 30% geringeren spezifischen Gewichts Reichweite und Durchschlag. Das zum Ausgleich stärker zu wählende Schrot reduziert den Laderaum in der Hülse und ergibt dadurch höheren Gasdruck – alles Nachteile, die durch die gleichmäßigere Deckung nur teilweise aufgehoben werden, vom höheren Patronenpreis einmal abgesehen.
Wenn trotz der Fragwürdigkeit der Gefährdung durch Bleischrot bei der Wasserjagd eventuell noch ein generelles Bleischrotverbot kommt, könnte es dafür beispielhaft sein, wie wir regiert, dirigiert und schikaniert werden, sei es auf Europa-, Bundes- oder Länderebene.
Der obersten Prämisse, jedes Wild möglichst mit dem ersten Schuss zu töten, wurden die Jäger in einem beispiellosen Langzeitversuch mit bleihaltiger Munition weitestgehend gerecht. Ohne dass durch den Verzehr von damit erlegtem Wild jemals ein Mensch erkrankt oder gar verstorben wäre.
Kommentar
Eines gleich vorweg: Die Redaktion des St. Hubertus und ich haben nichts gegen die neuen bleifreien Geschosse. Ganz im Gegenteil, wir begrüßen Alternativen, die gleich gut oder sogar besser das Wild töten. Bei Kugelgeschossen ist das teilweise gelungen, bei Schrot noch nicht.
Geschossblei jedoch zu verdammen, liegt mir fern, und es ist in Österreich auch keine Gefahr für Wildtiere. Nach Informationen von Prof. Dr. Frieda Tataruch, Veterinärmedizinische Universität Wien, verenden pro Jahr in Österreich nur etwa 2 bis 3 Tiere, vor allem Bussarde und Weihen, durch Bleiintoxikation. Es gab auch mal einen Steinadler und einen Seeadler. Im vergangenen Jahr fand man einen Fasan, der im Bereich eines Schießplatzes riesige Mengen an Bleischroten aufgenommen hatte und dadurch einging. Sehr interessant: Es wurden von den Chemikern des Institutes für Pathologie der Wildtierkunde mehrere 100 Wildenten aus verschiedenen Gebieten Österreichs untersucht – es konnte keine Bleibelastung festgestellt werden. Laut der Professorin spielen für Vergiftungen bei den Vögeln Insektizide, vor allem "Carbofuran", eine weit größere Rolle.
Ein Diskussionspunkt ist sicherlich bei extrem flachen Gewässern die Verwendung von Bleischroten, es wurde aber bei unseren Wasserverhältnissen keine Bleibelastung beim Wasserwild festgestellt. Die Literatur beschreibt eine Bleivergiftung von mehreren 1.000 Enten in Amerika. Offensichtlich war dort eine Wassertiefe von 10 cm vorhanden, oder aber die Enten wurden mit bleikontaminiertem Futter gefüttert.
Eines noch zum Schluss: Die Seeadlerpopulation ist in Deutschland stetig steigend, trotz der immer noch oder wieder verwendeten Bleigeschosse.
Dr. Hans-Peter Tschapka
Geschossblei jedoch zu verdammen, liegt mir fern, und es ist in Österreich auch keine Gefahr für Wildtiere. Nach Informationen von Prof. Dr. Frieda Tataruch, Veterinärmedizinische Universität Wien, verenden pro Jahr in Österreich nur etwa 2 bis 3 Tiere, vor allem Bussarde und Weihen, durch Bleiintoxikation. Es gab auch mal einen Steinadler und einen Seeadler. Im vergangenen Jahr fand man einen Fasan, der im Bereich eines Schießplatzes riesige Mengen an Bleischroten aufgenommen hatte und dadurch einging. Sehr interessant: Es wurden von den Chemikern des Institutes für Pathologie der Wildtierkunde mehrere 100 Wildenten aus verschiedenen Gebieten Österreichs untersucht – es konnte keine Bleibelastung festgestellt werden. Laut der Professorin spielen für Vergiftungen bei den Vögeln Insektizide, vor allem "Carbofuran", eine weit größere Rolle.
Ein Diskussionspunkt ist sicherlich bei extrem flachen Gewässern die Verwendung von Bleischroten, es wurde aber bei unseren Wasserverhältnissen keine Bleibelastung beim Wasserwild festgestellt. Die Literatur beschreibt eine Bleivergiftung von mehreren 1.000 Enten in Amerika. Offensichtlich war dort eine Wassertiefe von 10 cm vorhanden, oder aber die Enten wurden mit bleikontaminiertem Futter gefüttert.
Eines noch zum Schluss: Die Seeadlerpopulation ist in Deutschland stetig steigend, trotz der immer noch oder wieder verwendeten Bleigeschosse.
Dr. Hans-Peter Tschapka
16.12.2008 10:50


