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Im Juli beginnt mit der Mahd der Wintergerste
die Ernte. Selbst bei einem
bereits vorhandenen, wildfreundlichen
Mosaik an Wildäckern müssen Landwirte
und Jäger in den Feldrevieren
nun zusammenarbeiten. Jetzt wirbt
der Heger für die Einsaat von Stoppelsaaten
bzw. Zwischenfrüchten auf den
ersten gemähten Schlägen. Als Zwischenfruchtanbau
wird der Anbau von
Pflanzen zwischen zwei Hauptfrüchten
bezeichnet. Hierbei wird der Umstand
ausgenutzt, dass zwischen Ernte und
Neubestellung eine gewisse Zeit verstreicht,
währenddessen der Acker weiter
genutzt werden kann. Die Stoppelsaat
bezeichnet den Anbau einer Zwischenfrucht
nach einer früh räumendenFrucht, zum Beispiel nach Wintergerste.
Ob Klee-, Erbsen-, Wicken-, Weidelgras-
oder Rapssorten, Jäger und Landwirte
haben vielfältige Möglichkeiten,
ein Revier zu bereichern.
Wildschaden
Der Sommer macht nicht nur das Wild feist, sondern sorgt mancherorts leider auch für "feiste" Wildschadens-Ersatzforderungen. Wer dies umgehen will, hilft sich durch regelmäßige Kontrolle. Aber wie, wenn Mais zu einem der wichtigsten Landwirtschaftsprodukte in Österreich geworden ist? Nur die Zahlen dieser Getreideart lassen die Feldjäger blass werden: Insgesamt werden bei uns jährlich auf knapp 200.000 Hektar fast zwei Millionen Tonnen Mais geerntet. Gleichzeitig vermehrt sich das Schwarzwild rasend schnell
Blick zum Nachbar
Aus vielen deutschen Bundesländern häufen sich die Klagen von Jagdgenossenschaften und Gemeinden, die vermehrt Schwierigkeiten haben, ihre Jagden zu verpachten! Der zunehmende (Energie-)Maisanbau und die damit verbundene Explosion der Wildschweinbestände ist einer der Gründe, warum sich Pachtinteressenten zurückhalten. "Gerade jüngere Pachtinteressenten, die dem zunehmenden Zwang erhöhter beruflicher Mobilität unterliegen, scheuen das Risiko, sich für mindestens neun Jahre zu binden", formulierte es einmal Martin Bürner, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg. Einheimische "kneifen" zunehmend auch, da sie um die Wildschadenssituation wissen und zudem "kleinräumig" mit den Geschädigten zusammenleben (müssen). Erwerbs- und Absatzprobleme in der Landwirtschaft verschärfen den Druck auf die Landwirte, gute ertragsstarke Ernten einfahren zu müssen. Wer heute Futter für das Vieh zukaufen muss, zahlt drauf. Der Mais vom eigenen Acker wäre günstiger gewesen… Wer kann da noch wie früher den Bauern mit einem küchenfertigen Reh milde stimmen? Prof. Dr. Walter Arnold, Universitätsprofessor für Wildtierkunde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie Leiter des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie, schrieb in einem Beitrag über Schwarzwild in Österreich: "Das Schwarzwild zeigt ein sogenanntes exponenzielles Wachstum, das ganz typisch ist für Arten, die ideale Lebensbedingungen vorfinden und bei denen die Bestandesdichte noch weit unter der biologischen Tragfähigkeit des Lebensraumes liegt. Bisher scheint die-ser Trend ungebrochen und wird, wenn die Entwicklung so weitergeht wie bisher, noch wesentlich mehr Probleme bereiten, als mancherorts schon heute zu beklagen sind" (siehe dazu Interview Seite 11). Was tun im Feldrevier? Meines Erachtens gehört jedwedes "Kirchturmdenken" schnell verbannt. Einzig hohe Flexibilität und revierübergreifendes Jagen bieten Chancen, den Sauen adäquat zu begegnen. Wer sich nicht alsbald mit den Jagdnachbarn zusammentut, gehört zukünftig zu den Verlieren. Auf der Verliererseite werden sich dann aber auch andere wieder finden: Die o. g. Jagdgenossenschaften und Gemeinden, die vor nahezu unverpachtbaren Revieren stehen. Deren Flexibiliät in der Ausgestaltung der Pachtverträge lässt ebenso zu wünschen übrig. Auch hier herrscht vielerorts noch "Kirchturmdenken ..."



