Leichte Begleiter I

Pirschgläser

Die klassischen Pirschgläser mit rund 30-mm-Objektivdurchmesser lassen sich vielfältig einsetzen. Dank ihrer hohen Führigkeit fallen sie kaum zur Last und sind ideale Begleiter, von der Rehbockjagd im Frühjahr über die Blattzeit hinweg bis hin zur Auslandsjagd und bei der Gebirgsjagd.
Klassische Pirschgläser haben einen rund 30 mm starken Objektivdurchmesser. Sie grenzen sich gegenüber den noch kleineren und leichteren Taschengläsern ab. Nach oben erfolgt die Abgrenzung zu den schon mehr universellen Ferngläsern mit etwa 42 mm Objektivdurchmesser. Sie sind in der Dämmerung "lichtstärker". Insgesamt haben sie in schwierigen Lichtsituationen die Nase vorn. Ein 8x42 ist durchaus bei Mond auch in der Nacht gut einsetzbar. Dafür sind diese Gläser aber auch schwerer und voluminöser. Ein 8x42 ist bei Weitem nicht so führig wie ein 8x30. Das traditionelle "30er"-Pirschglas ist trotzdem sehr vielfältig einsetzbar. Keinesfalls ist es nur ein Begleiter bei Reviergängen. Es eignet sich bestens für die Rehjagd im Frühjahr und ist auf Gebirgsjagden ein idealer Begleiter. Auch auf den Drückjagdstand kann man es getrost mitnehmen. Ferner ist es ein ideales Glas für Auslandsjagden auf fernen Kontinenten. Egal, ob man in Afrika oder den Prärien und Gebirgen Nordamerikas jagt oder es auf Elch im fernen Sibirien geht – ein qualitativ hochwertiges Pirschglas 8x30 kann Erstaunliches leisten. Es eignet sich auch noch in der Dämmerung. Die leichten "30er"-Gläser zeichnen sich durch hohe Führigkeit, gepaart mit hoher Leistung, aus. Sie weisen diesbezüglich ein sehr gutes Verhältnis auf. Wer ein schweres, volumiges Nachtglas 8x56 besitzt, wird früher oder später den Wunsch nach einem leichten, führigen Pirschglas, wie einem 8x30, haben. Nicht immer ist das Mitschleppen eines schweren Nachtglases sinnvoll. Es gibt viel mehr jagdliche Situationen, wo man es nicht benötigt.

Qualitative Voraussetzungen


Die Gläser sollen robust, widerstandsfähig und wasserdicht sein. Gegen Innenbeschlag schützt eine Stickstoff- oder Argongasfüllung. Vor allem eine echte Innenfokussierung von Schärfe und Dioptrienausgleich garantiert lange Dichtheit. Stöße und Erschütterungen dürfen dem Fernglas nichts ausmachen. Beide Fernglashälften müssen exakt parallel zueinander justiert sein. Ansonsten ist Beobachten nur anstrengend. An einem Jagdglas sollte eine dämpfende und geräuschmindernde Gummiarmierung nicht fehlen. Sie muss säureresistent und gegenüber Ölen oder Sonnenschutzmitteln unempfindlich sein. Während vor etwas über zehn Jahren noch Aluminiumgehäuse üblich waren, geht man heute zu leichteren Materialien über.Magnesiumlegierungen sind Favoriten, da sie leicht und sehr stabil sowie verwindungsfest sind. Aber auch faserverstärkte Kunststoffgehäuse werden zunehmend eingesetzt. Die Brücke muss "rückfedernd" und sehr verwindungsstabil gestaltet sein. Der Fokussiermechanismus sollte leicht und geschmeidig laufen und auch bei großer Kälte problemlos arbeiten. Die Mechanik muss verschleißarm und robust sein. Ideal ist eine Kombiwalze für Fokussierung und Dioptrienausgleich. Der Dioptrienausgleich sollte durch Linsenverschiebung ausschließlich im Inneren des Fernglases erfolgen.

Echte Brillenträgerokulare sollten heute eine Selbstverständlichkeit sein. Trotzdem wird Brillenträgern tatsächlich oft nicht das gesamte Sehfeld eröffnet. Bei einer Einschränkung von rund 3 bis 5 % ist das in Ordnung. Ein großer Austrittspupillenabstand ist wünschenswert. Drehoder Auszugs-Augenmuscheln sollten sicher und möglichst mehrstufig rasten. Zum Reinigen ist es ideal, wenn sie abnehmbar sind. Stülpaugenmuscheln aus Gummi haben oft Seitenlichtblenden. Ihr Nachteil ist, dass sie schneller verschleißen als Drehaugenmuscheln. Die Anbringung des Trageriemens darf keinesfalls bei der Handhabung stören. Ein bequemer, großzügiger Durchgriff zwischen zwei Brücken erhöht die Griffigkeit und ermöglicht bequem eine Einhandbedienung.

Optik


Gewünscht wird hohe Schärfe (Auflösung) mit sehr guter Randschärfe sowie hohe Bildbrillanz. Die Schärfe sollte hoch sein, damit man Details gut erkennt. Sie darf zum Rand hin nicht abrupt und schnell sowie stark abfallen. Für ein helles Bild ist eine hohe Lichttransmission erforderlich. Es ist immer ein Ausgleich zwischen Lichttransmission und Kontrast herzustellen. Nur bei hohem Kontrast kann man Details sehr gut erkennen. Ferner ist eine naturgetreue Farbwiedergabe wünschenswert. Falsch- und Streulicht sollen gering sein. Es darf auch bei Seitenlicht nicht zu unerwünschten Reflexen kommen. Ideal ist es, wenn eine "unempfindliche" Austrittspupille gegeben ist, damit keine hellen Abschattungen am Rand entstehen. Dies tritt oft auf, wenn die Augenpupillen nicht exakt mit den Austrittspupillen fluchten. Mit hochwertigen, fluoridhaltigen Objektivlinsen (erkennbar durch Bezeichnungen, wie HD – High Definition, ED – Extra Low Dispersion oder FL – Fluorid) werden an Hell-/Dunkelkanten Farbsäume vermieden. Farblängsfehler und somit Farbsäume treten vor allem bei niedriger Bauweise und hoher Vergrößerung auf. Bei niedrigen Gläsern sind somit fluoridhaltige Objektivlinsen ideal. Höhere Gläser haben dagegen oft viel geringere Farblängsfehler und können auch ohne HD/EDObjektive eine exzellente Optik haben.

Die Dünnschichttechnologie (mehrfache Vergütung an allen Glas-/Luftflächen) sorgt dafür, dass Reflexe vermieden werden und der Lichtdurchlassgrad erheblich erhöht wird. Die Vergütung sorgt für eine naturgetreue Farbtreue und sorgt auch für guten Kontrast und hohe Lichttransmission. Auf den Außenflächen von Objektiv- und Okularlinsen sollte die Oberfläche mittels Nanobeschichtung möglichst schmutzabweisend sein. Auch gegenüber Handschweiß, Ölen, Insekten- und Sonnenschutzmitteln sollte sie unempfindlich sein. Das erhöht auch die Abriebfestigkeit der Vergütung. Ferner perlt Wasser eher ab und Beschlag wird größtmöglich verhindert, wenngleich er sich nie ganz vermeiden lässt. Gegen Innenbeschlag muss das Fernglas mit Stickstoff oder Argongas gefüllt sein.

Licht-Umkehrsysteme


Grundsätzlich wird zwischen Porro- und Dachkantprismen unterschieden.
Es kommt das Dachkantsystem nach Schmidt-Pechan zur Anwendung. Porroprismen bauen breiter, aber niedriger. Man erhält ein breites, niedriges Fernglas. Eine Phasenverschiebung gibt es nicht. Die Lichttransmission ist höher als bei Dachkantprismen, da das System wenig Licht "schluckt". Ferngläser mit Dachkantprismen-Umkehrsystem bauen dagegen sehr schlank. Das Fernglas wird schlanker, aber höher als ein Porroglas. Dachkantprismen sollten einen P-Belag aufweisen, der eine Phasenverschiebung verhindert. Somit wird ein Interferenzeffekt verhindert und die Bildkonturen erscheinen unverzerrt. Ausgeprägte Lichtschweife werden ausgeschaltet. Zur Lichtumleitung werden in Dachkantprismen Aluminium-, Silber oder dielektrisch vergütete (eine Vielzahl von Schichten) Spiegel eingesetzt. In dieser Reihenfolge ist auch die Qualität.

Die dielektrisch beschichtete Fläche leitet das Licht praktisch ohne Verlust um. Über den Spiegel wird auch eine geringfügige Farbkorrektur vorgenommen. Bei Spitzen- Ferngläsern ist er ein "MUSS", damit die heutigen, extremen Bildanforderungen überhaupt erreicht werden. Sehfelder Jäger bevorzugen bei der Beobachtungsoptik ein möglichst großes Sehfeld. Gerade hier gibt es deutliche Unterschiede. Eine gute Bildqualität bei großem Sehfeld zu erzielen, ist eine Meisterleistung und erfordert hohen Aufwand.

Zubehör

Über Zubehör kann man sich trefflich streiten. Ein möglichst bequemer Trageriemen mit verbreitertem sowie möglichst rutschsicherem (Neoprenunterfütterung) Nackenteil ist heute eine Selbstverständlichkeit. Swarovskis Lift-Trageriemen lässt sich blitzschnell in der Länge verstellen. Ansonsten gehört eine Bereitschaftstasche für den Transport zum Lieferumfang aller Testgläser. Okular- und Objektivschutzkappen sind für ein Jagdglas unentbehrlich. Die allermeisten Okularschutzkappen lösen oder verschieben sich beim Tragen. Meines Erachtens sind Weichgummi-Okular- und Objektivschutzkappen das Beste. Die Objektivschutzkappen sollte man problemlos abnehmen können. Einen Mehrnutzen bieten Adapter für eine Digitalkamera. Dann sollte ein Stativanschluss am Fernglas auch enthalten sein, was bei den Pirschgläsern nicht der Fall ist.

Testkandidaten


Wir haben aus dem riesigen Markt an Ferngläsern einige, gängige Testkandidaten ausgesucht. Die Gläser wurden in der Praxis erprobt und im Labor einigen Prüfungen unterzogen. Sie wurden "im Feld" bei verschiedenen Lichtverhältnissen, einschließlich der Dämmerung, eingesetzt. Dabei wurde auch Wild im Schatten und vor dunklem Hinter-grund beobachtet. Die Gläser wurden bei hellem Sonnenschein sowie mit Seiten- und Gegenlicht erprobt. Im Labor wurde die Lichttransmission gemessen, die Parallelität beider Fernglashälften geprüft und die Auflösung ermittelt. Bis auf das Porroglas Steiner Nighthunter Xtreme basieren alle anderen Gläser auf dem Dachkantprismen-Umkehrsystem.

Im Folgenden stellen wir die Testkandidaten vor:

Leica Ultravid 8x32 HD

Leica Ultravid_8x32.jpg © LeicaGrößer Das Leica Ultravid 8x32 HD ist ein kurzes, sehr führiges Fernglas mit schwarzer Vollgummiarmierung. Die Drehaugenmuscheln rasten zweifach und sind sehr gut handhabbar. Brillenträger können fast das gesamte Sehfeld nutzen. Das Glas liegt sehr ruhig in der Hand. Es ist mit echter Innenfokussierung für Schärfe und Dioptrienausgleich ausgestattet. Die Kombiwalze ist bestens erreich- und bedienbar. Nach Hochziehen der Kappe kann der Dioptrienausgleich vorgenommen.Das Glas ist auf dem Stand der Technik. Die Dachkantprismen sind mit P-Belag versehen, der Spiegel dielektrisch vergütet und im HDObjektiv befinden sich fluoridhaltige Linsen. Das Gehäuse besteht aus Magnesium, die durchgehende Gelenkachse aus hochfestem Titan. In der Praxis erwies sich das stickstoffgefüllte Glas als sehr robust. Die Linsenaußenflächen haben eine Nanovergütung und sind schmutzabweisend. Wasser perlt ab (Aqua Dura-Vergütung). Bildbrillanz und Schärfe sind hervorragend. Allerdings fiel hier der große Unterschied bei der Auflösung zwischen beiden Fernglashälften auf. Geboten wird ein gestochen scharfes Bild mit sehr guter Randschärfe. Das helle Bild ist sehr farbtreu mit hervorragendem Kontrast. Farbsäume gibt es nicht. Ein Glas, das in der Praxis keine Wünsche offenließ. Es bewährte sich auch unter schwierigen Lichtbedingungen hervorragend. Das Glas bietet ein großes Sehfeld und eine hohe Lichttransmission. Zusammen mit dem hohen Kontrast ergibt sich auch bei geringem Licht eine hohe Detailerkennbarkeit.

Leupold Golden Ring 8x32 und 10x32

Leupold_Golden Ring_8x32.jpg © Roland ZeitlerGrößer Leupold brachte seine Pirschgläser Golden Ring 8x32 HD und 10x32 HD ins Rennen. Diese in den USA zusammengebauten Gläser sind zwar nicht mehr im Katalog, werden aber weiterhin von Leupold weltweit vertrieben. Die etwas voluminösen Gläser mit Dachkantprismensystem haben eine braune Vollgummiarmierung und sind noch führig. Sie sind sehr schwer und mit zweifach rastbaren Drehaugenmuscheln ausgestattet. Brillenträger können fast das gesamte Sehfeld nutzen. Die große Fokussierwalze für die Innenfokussierung ist gut erreich- und bedienbar. Der Dioptrienausgleich kann am rechten Okular durch Verschiebung des Okulars vorgenommen werden. Es handelt sich um keine Justierung im Inneren. Die voll vergütete Optik ist mit fluoridhaltigen HD-Objektivlinsen ausgestattet. Die Diamond Coat-Vergütung sorgt mit dem Index Matched Lens-System für ein farbtreues, brillantes Bild. Von erheblichem Vorteil ist die Pupillenabstands- Sperre. Wird sie eingelegt, kann der Pupillenabstand nicht mehr verändert werden und sich somit nicht unbeabsichtigt verstellen. Das Glas lässt sich dann nicht mehr knicken. Es ist mit Argon/ Krypton gefüllt. P-Belag und d i e l e k t r i s c h beschichteter Spiegel sind Selbstverständlichkeiten. Die Schärfe ist gut bis sehr gut mit sehr guter Randschärfe. Ebenso liegt die Lichttransmission im sehr hohen Bereich. Der Kontrast ist sehr gut. Beide Gläser bieten gestochen scharfe Bilder mit natürlichen Farben und sehr gutem Kontrast. Die HD-Optik verhindert Farbsäume. Auch unter schwierigen Lichtbedingungen bewährten sich die Leupold Golden Ring- Gläser. Sie bieten eine hervorragende Optik, lassen sich bequem handeln und sind robust. Das Gehäuse besteht aus einer Aluminiumlegierung. Es fiel im Labor auf, dass die Auflösung zwischen beiden Fernglashälften gering-fügig unterschiedlich war.

Meopta MeoStar B1 8x32

Meopta Meostar_8x32.jpg © Roland ZeitlerGrößer Das Meopta MeoStar B1 8x32 ist ein führiges Fernglas mit niedriger Bauweise und geringem Gewicht. In der unteren Hälfte findet man die Brücke. Darauf baut die Fokussierwalze recht hoch. Sie beinhaltet auf der Oberseite den Dioptrienausgleich. Das Glas hat eine Innenfokussierung für Schärfe und Dioptrienausgleich. Der Dioptrienausgleich rastet sehr sicher. Das Aluminiumgehäuse ist mit "angerauter", grüner Vollgummi-Armierung versehen. Im oberen Bereich weist diese "sanfte" Noppen auf. Die Drehaugenmuscheln sind zweifach rastbar und sicher handhabbar. Das Glas ist stickstoffgefüllt. Die Optik wurde an allen Glas-/Luftflächen mit der Mehrfachvergütung Meobright versehen. Die Dachkantprismen sind mit P-Belag versehen. Gemessen wurde eine sehr hohe Lichttransmission. Das Glas bietet ein sehr helles Bild mit gutem Kontrast. Die mittige Schärfe ist extrem hoch, die Randschärfe noch gut. Farbsäume von Hell-/Dunkelkanten können auftreten. Insgesamt stellt es eine sehr gute, praxisgerechte Optik dar. In schwierigen Lichtsituationen kommt man mit dem Glas gut zurecht. Brillenträger können das gesamte Sehfeld nutzen. Das MeoStar B1 8x32 erwies sich als sehr praxisgerecht und robust. Es bietet ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Minox BD 7x28 IF und BL 8x33

Minox BD_7x28.jpg © Roland ZeitlerGrößer Das Minox BD 7x28 IF fällt nicht nur mit seinem geringen Objektivdurchmesser etwas aus dem Rahmen. Es hat nur eine schmale Brücke und ist mit 340 g Gewicht extrem führig. Es baut nicht zu hoch und ist ein extrem handliches Glas, das man auch schon zu den Taschengläsern zählen könnte. Das Glas verfügt über Drehaugenmuscheln, die ausgefahren sehr gut rasteten. Brillenträger können fast das gesamte Sehfeld nutzen. Die Schärfe wird an beiden Okularen eingestellt. Es handelt sich um keine Innenfokussierung. Dabei wird bei der Schärfe auf die Augenakkommodation gesetzt. Das heißt, dass das Auge ständig scharf stellt und damit anstrengende Arbeit leistet. Von rund 20 m bis unendlich kann man bei gutem Licht scharf sehen. Je nach Alter ist das auch auf geringere oder eben etwas weitere Entfernung möglich. Die Dachkantprismen haben einen P-Belag. Gemessen wurde eine sehr geringe Lichttransmission. Die Auflösung ist sehr gering, bei mittelmäßiger Randschärfe. Geboten wird ein eher "dunkleres" Bild mit noch gutem Kontrast. Es liegt eine noch praxisgerechte Optik, ausschließlich für den Tageseinsatz, vor. Brillenträger können nicht ganz das gesamte Sehfeld nutzen. Bei großer Kälte ließ sich das linke Okular kaum mehr bewegen. Das Minox BL 8x33 ist dagegen ein reinrassiges Pirschglas mit mittigem Durchgriff. Das hohe Makrolongehäuse wurde schwarz gummiarmiert. Es handelt sich um ein leichtes, etwas hohes, aber führiges Glas. Auf dem oberen Brückensteg befindet sich die griffige Fokussierwalze für die Innenfokussierung. Der Dioptrienausgleich am r e c h t e n Okular findet dagegen nicht im Inneren statt. Die nicht abnehmbaren Drehaugenmuscheln sind gut bedienbar und in drei Stufen rastbar. Die Dachkantprismen weisen einen P-Belag auf. Das Glas wurde mit Stickstoff gefüllt. Die voll vergütete Optik erbrachte eine sehr hohe Lichttransmission. Das Bild ist extrem scharf mit noch guter Randschärfe. Mit dem Swarovski EL und Nikon EDG hatte es die höchste Auflösung. Der Kontrast ist gut bis sehr gut. Insgesamt wird eine sehr brauchbare, praxisgerechte Optik Hervorzuheben ist das extrem große Sehfeld von 140 m auf 1.000 m und die hohe Schärfe. Es handelt sich um ein sehr leichtes, führiges Pirschglas, das sich in der Praxis als robust erwies. Angeboten wird eine sehr gute Optik, die auch in schwierigen Lichtsituationen brauchbar ist. Es hatte von allen Testgläsern die beste Justierung beider Hälften zueinander. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist hervorragend.

Nikon EDG 8x32

Nikon EDG_8x32.jpg © Roland ZeitlerGrößer Nikons Premium Glas EDG 8x32 hat ein gummmiarmiertes Magnesiumgehäuse. Die schwarze Gummiarmierung ist größtenteils lederartig "genarbt". Die Gehäuseteile verdicken sich oben etwas und erfahren so eine Daumenanlage. Das Glas baut hoch und ist schwer, insgesamt aber noch führig. Die Drehaugenmuscheln sind vierfach rastbar und bequem bedienbar. Brillenträger haben eine geringe Sehfeldeinbuße. Die Kombiwalze für Fokussierung und Dioptrienausgleich läuft extrem weich und geschmeidig. Sie ist in die niedrig bauende Brücke formschön integriert. Nach Hochziehen der Walzenkappe kann der Dioptrienausgleich bequem vorgenommen werden. Die Dachkantprismen wurden phasenkorrigiert. Der Spiegel erhielt eine hoch reflektierende, dielektrische Mehrschichtvergütung. In den Objektiven wird fluoridhaltiges EDGlas (Extra Low Dispersion) eingesetzt, das die chromatische Aberration (Farblängsfehler) kompensiert und so etwa Farbsäume verhindert. Ferner trägt es zu hoher Auflösung bei. Der Kontrast ist sehr gut. Die gemessene Lichttransmission ist hoch. Das Nikon hat ferner im Okular Field-Flattener-Linsen, die das Bild ebnen, sodass das Bild bis zum Rand scharf ist. Nikon hat hier im Vergleich zu Swarovski (Field-Flattener-Linsen gibt es ab 42-mm-Objektivdurchmesser) eine etwas unterschiedliche Philosophie bei der Bildfeldebnung. Das Nikon ergibt einen hervorragenden Bildeindruck mit hervorragender Schärfe bis hin zum Rand. Zusammen mit dem Swarovski EL und Minox BL 8x33 hatte es die höchste Auflösung. Auch beim Schwenk und Absuchen hatte ich ein hervorragendes Bildgefühl. Die Bildbrillanz ist ausgezeichnet. Geboten wird ein sehr helles und kontrastreiches Bild mit natürlichen Farben. Es wird ein Spitzenglas in Optik und Mechanik präsentiert, das in der Praxis k e i n e Wünsche offenließ. Es meisterte auch schwierige Lichtsituationen perfekt. Mitgeliefert werden tauschbare Okulargummis. Zur Wahl stehen zwei mit seitlicher Begrenzung, um Seitenlichteinfall zu verhindern.

Pentax 9x32 DCF BC

Pentax_9x32.jpg © Roland ZeitlerGrößer Das Pentax 9x32 DCF BC hat ein grün gummiarmiertes Kunststoffgehäuse mit mittigem Durchgriff. Bequem haben nurzwei meiner Finger im Durchgriff Platz, der dritte wird gequetscht. Auf dem oberen Steg sitzt die gut erreichbare und bequem bedienbare Fokussierwalze für die Innenfokussierung. Der Dioptrienausgleich erfolgt am rechten Okular mittels äußerer Okularbewegung. Die sicher bedienbaren Drehaugenmuscheln sind vierfach rastbar. Brillenträger können nicht ganz das gesamte Sehfeld nutzen. Die Dachkantprismen enthalten einen P-Belag. In den Okularen findet man asphärische Hybridlinsen. Die Außenflächen der Linsen sind schmutzabweisend und die Vergütung sehr abriebfest. Die voll vergütete Optik erbringt eine hohe Auflösung bei guter Randschärfe. Die Lichttransmission ist mittelmäßig. Geboten wird ein gestochen scharfes Bild mit mittlerem Kontrast. Insgesamt handelt es sich um eine gute, praxisgerechte Optik. In schwierigen Lichtsituationen muss man "Abstriche" machen. Bei großer Kälte ging das Fokussieren sehr schwer. Der Dioptrienausgleich war nicht mehr bewegbar. Das Glas bietet ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Burris Montana 8x32

Das gerade noch niedrig bauende Burris Montana 8x32 wurde moosgrün voll gummiarmiert. Das Gehäuse besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Auf der Unterseite befinden sich Daumenbetten. Der Trageriemen ist seitlich an- und absteckbar. Der starke Vorsprung stört beim Halten des Glases. Das noch leichte Glas ist führig. Die Fokussierwalze auf der Brücke ist noch gut erreichbar und gut bedienbar. Der Dioptrienausgleich erfolgt am rechten Okular. Das Fokussieren erfolgt im Fernglasinneren, der Dioptrienausgleich durch äußerliche Okularverschiebung. Der Dioptrienausgleich geht ruppig, sehr schwer und ungleichmäßig. Eine saubere Justierung fällt schwer. Die Drehaugenmuscheln sind fünffach rastbar. Sie haben seitlich einen umstülpbaren Seitenlichtschutz. Brillenträger können das gesamte Sehfeld nutzen. Die Dachkantprismen erhielten eine Phasenkorrektur. Die mehrfach vergütete Optik wies eine geringe Lichttransmission von nur 79/77 % (Tag/Nacht) auf. Die geringe Auflösung war nur mittelmäßig und geringer als bei den meisten Konkurrenten. Das Glas bietet trotzdem ein mittig scharfes Bild mit durchschnittlicher Randschärfe. Auch der Kontrast ist nur mittelmäßig. Insgesamt eine nur durchschnittliche Optik, die sich jedoch noch gut für Tagespirsch und Tageslicht eignet. Bei schwierigen Lichtsituationen muss man Abstriche machen. Der Preis ist dementsprechend gering.
25.02.2012 10:00

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