Klassische Pirschgläser haben einen rund
30 mm starken Objektivdurchmesser. Sie
grenzen sich gegenüber den noch kleineren
und leichteren Taschengläsern ab.
Nach oben erfolgt die Abgrenzung zu
den schon mehr universellen Ferngläsern
mit etwa 42 mm Objektivdurchmesser.
Sie sind in der Dämmerung "lichtstärker".
Insgesamt haben sie in schwierigen
Lichtsituationen die Nase vorn. Ein 8x42
ist durchaus bei Mond auch in der Nacht
gut einsetzbar. Dafür sind diese Gläser
aber auch schwerer und voluminöser. Ein
8x42 ist bei Weitem nicht so führig wie
ein 8x30.
Das traditionelle "30er"-Pirschglas ist
trotzdem sehr vielfältig einsetzbar. Keinesfalls
ist es nur ein Begleiter bei Reviergängen.
Es eignet sich bestens für die
Rehjagd im Frühjahr und ist auf Gebirgsjagden
ein idealer Begleiter. Auch
auf den Drückjagdstand kann man es getrost
mitnehmen. Ferner ist es ein ideales
Glas für Auslandsjagden auf fernen
Kontinenten. Egal, ob man in Afrika
oder den Prärien und Gebirgen Nordamerikas
jagt oder es auf Elch im fernen
Sibirien geht – ein qualitativ hochwertiges
Pirschglas 8x30 kann Erstaunliches
leisten. Es eignet sich auch noch in der
Dämmerung. Die leichten "30er"-Gläser
zeichnen sich durch hohe Führigkeit, gepaart
mit hoher Leistung, aus. Sie weisen
diesbezüglich ein sehr gutes Verhältnis
auf. Wer ein schweres, volumiges Nachtglas
8x56 besitzt, wird früher oder später
den Wunsch nach einem leichten, führigen
Pirschglas, wie einem 8x30, haben.
Nicht immer ist das Mitschleppen eines
schweren Nachtglases sinnvoll. Es gibt
viel mehr jagdliche Situationen, wo man
es nicht benötigt.
Qualitative Voraussetzungen
Die Gläser sollen robust, widerstandsfähig
und wasserdicht sein. Gegen Innenbeschlag
schützt eine Stickstoff- oder
Argongasfüllung. Vor allem eine echte
Innenfokussierung von Schärfe und
Dioptrienausgleich garantiert lange
Dichtheit. Stöße und Erschütterungen
dürfen dem Fernglas nichts ausmachen.
Beide Fernglashälften müssen exakt parallel
zueinander justiert sein. Ansonsten
ist Beobachten nur anstrengend. An
einem Jagdglas sollte eine dämpfende
und geräuschmindernde Gummiarmierung
nicht fehlen. Sie muss säureresistent
und gegenüber Ölen oder Sonnenschutzmitteln
unempfindlich sein. Während
vor etwas über zehn Jahren noch Aluminiumgehäuse
üblich waren, geht man
heute zu leichteren Materialien über.Magnesiumlegierungen sind Favoriten,
da sie leicht und sehr stabil sowie verwindungsfest
sind. Aber auch faserverstärkte
Kunststoffgehäuse werden zunehmend
eingesetzt. Die Brücke muss "rückfedernd"
und sehr verwindungsstabil
gestaltet sein. Der Fokussiermechanismus
sollte leicht und geschmeidig laufen
und auch bei großer Kälte problemlos
arbeiten. Die Mechanik muss verschleißarm
und robust sein. Ideal ist eine Kombiwalze
für Fokussierung und Dioptrienausgleich.
Der Dioptrienausgleich sollte durch
Linsenverschiebung ausschließlich im Inneren
des Fernglases erfolgen.
Echte Brillenträgerokulare
sollten heute eine
Selbstverständlichkeit sein. Trotzdem
wird Brillenträgern tatsächlich oft nicht
das gesamte Sehfeld eröffnet. Bei einer
Einschränkung von rund 3 bis 5 % ist
das in Ordnung. Ein großer Austrittspupillenabstand
ist wünschenswert. Drehoder
Auszugs-Augenmuscheln sollten sicher
und möglichst mehrstufig rasten.
Zum Reinigen ist es ideal, wenn sie abnehmbar
sind. Stülpaugenmuscheln aus
Gummi haben oft Seitenlichtblenden.
Ihr Nachteil ist, dass sie schneller verschleißen
als Drehaugenmuscheln. Die
Anbringung des Trageriemens darf keinesfalls
bei der Handhabung stören. Ein
bequemer, großzügiger Durchgriff zwischen
zwei Brücken erhöht die Griffigkeit
und ermöglicht bequem eine Einhandbedienung.
Optik
Gewünscht wird hohe Schärfe (Auflösung)
mit sehr guter Randschärfe sowie
hohe Bildbrillanz. Die Schärfe sollte
hoch sein, damit man Details gut
erkennt. Sie darf zum Rand hin nicht
abrupt und schnell sowie stark abfallen.
Für ein helles Bild ist eine hohe Lichttransmission
erforderlich. Es ist immer
ein Ausgleich zwischen Lichttransmission
und Kontrast herzustellen. Nur bei
hohem Kontrast kann man Details sehr
gut erkennen. Ferner ist eine naturgetreue
Farbwiedergabe wünschenswert.
Falsch- und Streulicht sollen gering sein.
Es darf auch bei Seitenlicht nicht zu
unerwünschten Reflexen kommen. Ideal
ist es, wenn eine "unempfindliche" Austrittspupille
gegeben ist, damit keine hellen
Abschattungen am Rand entstehen.
Dies tritt oft auf, wenn die Augenpupillen
nicht exakt mit den Austrittspupillen
fluchten. Mit hochwertigen, fluoridhaltigen
Objektivlinsen (erkennbar durch
Bezeichnungen, wie HD – High Definition,
ED – Extra Low Dispersion oder
FL – Fluorid) werden an Hell-/Dunkelkanten
Farbsäume vermieden.
Farblängsfehler und somit Farbsäume
treten vor allem bei niedriger Bauweise
und hoher Vergrößerung auf. Bei niedrigen
Gläsern sind somit fluoridhaltige
Objektivlinsen ideal. Höhere Gläser haben
dagegen oft viel geringere Farblängsfehler
und können auch ohne HD/EDObjektive
eine exzellente Optik haben.
Die Dünnschichttechnologie (mehrfache
Vergütung an allen Glas-/Luftflächen)
sorgt dafür, dass Reflexe vermieden werden
und der Lichtdurchlassgrad erheblich
erhöht wird. Die Vergütung sorgt für
eine naturgetreue Farbtreue und sorgt
auch für guten Kontrast und hohe Lichttransmission.
Auf den Außenflächen von
Objektiv- und Okularlinsen sollte die
Oberfläche mittels Nanobeschichtung
möglichst schmutzabweisend sein. Auch
gegenüber Handschweiß, Ölen, Insekten-
und Sonnenschutzmitteln sollte sie
unempfindlich sein. Das erhöht auch die
Abriebfestigkeit der Vergütung. Ferner
perlt Wasser eher ab und Beschlag wird
größtmöglich verhindert, wenngleich er
sich nie ganz vermeiden lässt. Gegen Innenbeschlag
muss das Fernglas mit Stickstoff
oder Argongas gefüllt sein.
Licht-Umkehrsysteme
Grundsätzlich wird zwischen Porro- und Dachkantprismen unterschieden.
Es kommt das Dachkantsystem nach
Schmidt-Pechan zur Anwendung. Porroprismen
bauen breiter, aber niedriger.
Man erhält ein breites, niedriges Fernglas.
Eine Phasenverschiebung gibt es
nicht. Die Lichttransmission ist höher als
bei Dachkantprismen, da das System
wenig Licht "schluckt". Ferngläser mit
Dachkantprismen-Umkehrsystem bauen
dagegen sehr schlank. Das Fernglas wird
schlanker, aber höher als ein Porroglas.
Dachkantprismen sollten einen P-Belag
aufweisen, der eine Phasenverschiebung
verhindert. Somit wird ein Interferenzeffekt
verhindert und die Bildkonturen
erscheinen unverzerrt. Ausgeprägte
Lichtschweife werden ausgeschaltet. Zur
Lichtumleitung werden in Dachkantprismen
Aluminium-, Silber oder dielektrisch
vergütete (eine Vielzahl von
Schichten) Spiegel eingesetzt. In dieser
Reihenfolge ist auch die Qualität.
Die
dielektrisch beschichtete Fläche leitet das
Licht praktisch ohne Verlust um. Über
den Spiegel wird auch eine geringfügige
Farbkorrektur vorgenommen. Bei Spitzen-
Ferngläsern ist er ein "MUSS",
damit die heutigen, extremen Bildanforderungen
überhaupt erreicht werden.
Sehfelder
Jäger bevorzugen bei der Beobachtungsoptik
ein möglichst großes Sehfeld.
Gerade hier gibt es deutliche Unterschiede.
Eine gute Bildqualität bei großem
Sehfeld zu erzielen, ist eine Meisterleistung
und erfordert hohen Aufwand.
Zubehör
Über Zubehör kann man sich trefflich
streiten. Ein möglichst bequemer Trageriemen
mit verbreitertem sowie möglichst
rutschsicherem (Neoprenunterfütterung)
Nackenteil ist heute eine Selbstverständlichkeit.
Swarovskis Lift-Trageriemen
lässt sich blitzschnell in der Länge
verstellen. Ansonsten gehört eine Bereitschaftstasche
für den Transport zum Lieferumfang
aller Testgläser. Okular- und
Objektivschutzkappen sind für ein Jagdglas
unentbehrlich. Die allermeisten
Okularschutzkappen lösen oder verschieben
sich beim Tragen. Meines Erachtens
sind Weichgummi-Okular- und Objektivschutzkappen
das Beste. Die Objektivschutzkappen
sollte man problemlos
abnehmen können. Einen Mehrnutzen
bieten Adapter für eine Digitalkamera.
Dann sollte ein Stativanschluss am Fernglas
auch enthalten sein, was bei den
Pirschgläsern nicht der Fall ist.
Testkandidaten
Wir haben aus dem riesigen Markt an
Ferngläsern einige, gängige Testkandidaten
ausgesucht. Die Gläser wurden in der
Praxis erprobt und im Labor einigen Prüfungen
unterzogen. Sie wurden "im
Feld" bei verschiedenen Lichtverhältnissen,
einschließlich der Dämmerung, eingesetzt.
Dabei wurde auch Wild im
Schatten und vor dunklem Hinter-grund beobachtet. Die Gläser wurden
bei hellem Sonnenschein sowie mit Seiten-
und Gegenlicht erprobt. Im Labor
wurde die Lichttransmission gemessen,
die Parallelität beider Fernglashälften
geprüft und die Auflösung ermittelt. Bis
auf das Porroglas Steiner Nighthunter
Xtreme basieren alle anderen Gläser auf
dem Dachkantprismen-Umkehrsystem.
Im Folgenden stellen wir die Testkandidaten
vor:
Leichte Begleiter I
Pirschgläser
Die klassischen Pirschgläser mit rund 30-mm-Objektivdurchmesser lassen sich vielfältig einsetzen. Dank ihrer hohen Führigkeit fallen sie kaum zur Last und sind ideale Begleiter, von der Rehbockjagd im Frühjahr über die Blattzeit hinweg bis hin zur Auslandsjagd und bei der Gebirgsjagd.
Leica Ultravid 8x32 HD
Größer
Das Leica Ultravid 8x32 HD ist ein kurzes,
sehr führiges Fernglas mit schwarzer
Vollgummiarmierung. Die Drehaugenmuscheln
rasten zweifach und sind sehr
gut handhabbar. Brillenträger können
fast das gesamte Sehfeld nutzen. Das
Glas liegt sehr ruhig in der Hand. Es ist
mit echter Innenfokussierung für Schärfe
und Dioptrienausgleich
ausgestattet. Die Kombiwalze
ist bestens erreich- und bedienbar.
Nach Hochziehen der
Kappe kann der Dioptrienausgleich
vorgenommen.Das Glas
ist auf dem Stand der
Technik. Die Dachkantprismen
sind mit
P-Belag versehen, der
Spiegel dielektrisch
vergütet und im HDObjektiv
befinden sich
fluoridhaltige Linsen.
Das Gehäuse besteht
aus Magnesium, die
durchgehende Gelenkachse
aus hochfestem
Titan. In der Praxis
erwies sich das stickstoffgefüllte Glas als
sehr robust. Die Linsenaußenflächen
haben eine Nanovergütung und sind
schmutzabweisend. Wasser perlt ab
(Aqua Dura-Vergütung). Bildbrillanz
und Schärfe sind hervorragend. Allerdings
fiel hier der große Unterschied bei
der Auflösung zwischen beiden Fernglashälften
auf. Geboten wird ein gestochen
scharfes Bild mit sehr guter Randschärfe.
Das helle Bild ist sehr farbtreu
mit hervorragendem Kontrast.
Farbsäume gibt es
nicht. Ein Glas, das in der
Praxis keine Wünsche offenließ.
Es bewährte sich auch
unter schwierigen Lichtbedingungen
hervorragend.
Das Glas bietet ein großes
Sehfeld und eine
hohe Lichttransmission.
Zusammen mit dem
hohen Kontrast ergibt
sich auch bei geringem
Licht eine hohe Detailerkennbarkeit.
Leupold Golden Ring 8x32 und 10x32
Größer
Leupold brachte seine
Pirschgläser Golden Ring
8x32 HD und 10x32 HD
ins Rennen. Diese in den
USA zusammengebauten
Gläser sind zwar nicht mehr
im Katalog, werden aber weiterhin von
Leupold weltweit vertrieben.
Die etwas voluminösen Gläser
mit Dachkantprismensystem haben eine
braune Vollgummiarmierung und sind
noch führig. Sie sind sehr schwer und
mit zweifach rastbaren Drehaugenmuscheln
ausgestattet. Brillenträger können
fast das gesamte Sehfeld nutzen. Die
große Fokussierwalze für die Innenfokussierung
ist gut erreich- und bedienbar.
Der Dioptrienausgleich kann am rechten
Okular durch Verschiebung des Okulars
vorgenommen werden. Es handelt sich
um keine Justierung im Inneren. Die voll
vergütete Optik ist mit fluoridhaltigen
HD-Objektivlinsen ausgestattet. Die
Diamond Coat-Vergütung sorgt mit
dem Index Matched Lens-System für ein
farbtreues, brillantes Bild. Von erheblichem
Vorteil ist die Pupillenabstands-
Sperre. Wird sie eingelegt, kann der
Pupillenabstand nicht mehr verändert
werden und sich somit nicht unbeabsichtigt
verstellen. Das Glas lässt sich dann
nicht mehr knicken. Es ist mit Argon/
Krypton gefüllt. P-Belag und
d i e l e k t r i s c h
beschichteter Spiegel
sind Selbstverständlichkeiten.
Die
Schärfe ist gut bis sehr
gut mit sehr guter
Randschärfe. Ebenso
liegt die Lichttransmission
im sehr hohen
Bereich. Der Kontrast
ist sehr gut. Beide
Gläser bieten gestochen
scharfe Bilder
mit natürlichen
Farben und sehr
gutem Kontrast.
Die HD-Optik verhindert Farbsäume.
Auch unter schwierigen
Lichtbedingungen bewährten
sich die Leupold Golden Ring-
Gläser. Sie bieten eine hervorragende
Optik, lassen sich
bequem handeln und sind robust.
Das Gehäuse besteht aus einer
Aluminiumlegierung. Es fiel im
Labor auf, dass die Auflösung zwischen
beiden Fernglashälften
gering-fügig unterschiedlich war.
Meopta MeoStar B1 8x32
Größer
Das Meopta MeoStar B1 8x32 ist
ein führiges Fernglas mit niedriger
Bauweise und geringem
Gewicht. In der unteren Hälfte findet
man die Brücke. Darauf baut die
Fokussierwalze recht hoch. Sie beinhaltet
auf der Oberseite den Dioptrienausgleich.
Das Glas hat eine Innenfokussierung
für Schärfe und Dioptrienausgleich.
Der Dioptrienausgleich rastet
sehr sicher. Das Aluminiumgehäuse
ist mit "angerauter", grüner
Vollgummi-Armierung versehen.
Im oberen Bereich weist
diese "sanfte" Noppen auf.
Die Drehaugenmuscheln
sind zweifach
rastbar und sicher handhabbar.
Das Glas ist stickstoffgefüllt.
Die Optik wurde an
allen Glas-/Luftflächen mit
der Mehrfachvergütung Meobright
versehen. Die Dachkantprismen
sind mit P-Belag
versehen. Gemessen wurde
eine sehr hohe Lichttransmission.
Das Glas bietet ein sehr helles Bild
mit gutem Kontrast. Die mittige Schärfe
ist extrem hoch, die Randschärfe noch
gut. Farbsäume von Hell-/Dunkelkanten
können auftreten. Insgesamt stellt es eine
sehr gute, praxisgerechte Optik dar. In
schwierigen Lichtsituationen kommt
man mit dem Glas gut zurecht. Brillenträger
können das gesamte Sehfeld nutzen.
Das MeoStar B1 8x32 erwies sich als
sehr praxisgerecht und robust. Es bietet
ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
Minox BD 7x28 IF und BL 8x33
Größer
Das Minox BD 7x28 IF fällt nicht nur
mit seinem geringen Objektivdurchmesser
etwas aus dem Rahmen. Es hat nur
eine schmale Brücke und ist mit 340 g
Gewicht extrem führig. Es baut nicht zu
hoch und ist ein extrem handliches Glas,
das man auch schon zu den Taschengläsern
zählen könnte. Das Glas verfügt
über Drehaugenmuscheln, die ausgefahren
sehr gut rasteten. Brillenträger können
fast das gesamte Sehfeld nutzen. Die
Schärfe wird an beiden Okularen eingestellt.
Es handelt sich um keine Innenfokussierung.
Dabei wird bei der Schärfe
auf die Augenakkommodation gesetzt.
Das heißt, dass das Auge ständig scharf
stellt und damit anstrengende Arbeit leistet.
Von rund 20 m bis unendlich kann
man bei gutem Licht scharf sehen. Je
nach Alter ist das auch auf geringere oder
eben etwas weitere Entfernung möglich.
Die
Dachkantprismen haben einen P-Belag.
Gemessen wurde eine sehr geringe Lichttransmission.
Die Auflösung ist sehr
gering, bei mittelmäßiger Randschärfe.
Geboten wird ein eher "dunkleres" Bild
mit noch gutem Kontrast. Es liegt eine
noch praxisgerechte Optik, ausschließlich
für den Tageseinsatz, vor. Brillenträger
können nicht ganz das gesamte Sehfeld
nutzen. Bei großer Kälte ließ sich das
linke Okular kaum mehr bewegen.
Das Minox BL 8x33 ist dagegen ein
reinrassiges Pirschglas mit mittigem
Durchgriff. Das hohe Makrolongehäuse
wurde schwarz gummiarmiert. Es handelt
sich um ein leichtes, etwas hohes,
aber führiges Glas. Auf dem oberen Brückensteg
befindet sich die griffige Fokussierwalze
für die Innenfokussierung. Der
Dioptrienausgleich
am
r e c h t e n
Okular findet dagegen nicht im Inneren
statt. Die nicht abnehmbaren Drehaugenmuscheln
sind gut bedienbar und in
drei Stufen rastbar. Die Dachkantprismen
weisen einen P-Belag auf. Das Glas
wurde mit Stickstoff gefüllt. Die voll vergütete
Optik erbrachte eine sehr hohe
Lichttransmission. Das Bild ist extrem
scharf mit noch guter Randschärfe. Mit
dem Swarovski EL und Nikon EDG
hatte es die höchste Auflösung. Der Kontrast
ist gut bis sehr gut. Insgesamt wird
eine sehr brauchbare, praxisgerechte Optik
Hervorzuheben ist das extrem große
Sehfeld von 140 m auf 1.000 m und die
hohe Schärfe. Es handelt sich um ein
sehr leichtes, führiges Pirschglas, das sich
in der Praxis als robust erwies. Angeboten
wird eine sehr gute Optik, die auch
in schwierigen Lichtsituationen brauchbar
ist. Es hatte von allen Testgläsern die
beste Justierung beider Hälften zueinander.
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist
hervorragend.
Nikon EDG 8x32
Größer
Nikons Premium Glas EDG
8x32 hat ein gummmiarmiertes
Magnesiumgehäuse.
Die schwarze Gummiarmierung
ist größtenteils
lederartig "genarbt". Die Gehäuseteile
verdicken sich oben
etwas und erfahren so eine
Daumenanlage. Das Glas
baut hoch und ist schwer, insgesamt
aber noch führig. Die
Drehaugenmuscheln sind
vierfach rastbar und bequem
bedienbar. Brillenträger haben
eine geringe Sehfeldeinbuße.
Die Kombiwalze für Fokussierung und
Dioptrienausgleich läuft extrem weich
und geschmeidig. Sie ist in die niedrig
bauende Brücke formschön integriert.
Nach Hochziehen der Walzenkappe
kann der Dioptrienausgleich bequem
vorgenommen werden. Die Dachkantprismen
wurden phasenkorrigiert. Der
Spiegel erhielt eine hoch reflektierende,
dielektrische Mehrschichtvergütung. In
den Objektiven wird fluoridhaltiges EDGlas
(Extra Low Dispersion) eingesetzt,
das die chromatische Aberration (Farblängsfehler)
kompensiert und so etwa
Farbsäume verhindert. Ferner trägt es zu
hoher Auflösung bei. Der Kontrast ist
sehr gut. Die gemessene Lichttransmission
ist hoch. Das Nikon hat ferner im
Okular Field-Flattener-Linsen, die das
Bild ebnen, sodass das Bild bis zum Rand
scharf ist. Nikon hat hier im Vergleich zu
Swarovski (Field-Flattener-Linsen gibt es
ab 42-mm-Objektivdurchmesser) eine
etwas unterschiedliche Philosophie bei
der Bildfeldebnung. Das Nikon ergibt
einen hervorragenden Bildeindruck mit
hervorragender Schärfe bis hin zum
Rand. Zusammen mit dem Swarovski
EL und Minox BL 8x33 hatte es die
höchste Auflösung. Auch beim Schwenk
und Absuchen hatte ich ein hervorragendes
Bildgefühl. Die Bildbrillanz ist ausgezeichnet.
Geboten wird ein sehr helles
und kontrastreiches Bild mit natürlichen
Farben. Es wird ein Spitzenglas in Optik
und Mechanik präsentiert, das
in der Praxis
k e i n e
Wünsche
offenließ. Es
meisterte auch schwierige Lichtsituationen
perfekt. Mitgeliefert werden tauschbare
Okulargummis. Zur Wahl stehen
zwei mit seitlicher Begrenzung, um Seitenlichteinfall
zu verhindern.
Pentax 9x32 DCF BC
Größer
Das Pentax 9x32 DCF BC hat ein grün
gummiarmiertes Kunststoffgehäuse mit
mittigem Durchgriff. Bequem haben nurzwei meiner Finger im Durchgriff Platz,
der dritte wird gequetscht. Auf dem oberen
Steg sitzt die gut erreichbare und
bequem bedienbare Fokussierwalze für
die Innenfokussierung. Der Dioptrienausgleich
erfolgt am rechten Okular mittels
äußerer Okularbewegung. Die sicher
bedienbaren Drehaugenmuscheln sind
vierfach rastbar. Brillenträger können
nicht ganz das gesamte Sehfeld nutzen.
Die Dachkantprismen enthalten einen
P-Belag. In den Okularen findet man
asphärische Hybridlinsen. Die Außenflächen
der Linsen sind schmutzabweisend
und die Vergütung sehr abriebfest. Die
voll vergütete Optik erbringt eine hohe
Auflösung bei guter Randschärfe. Die
Lichttransmission ist mittelmäßig. Geboten
wird ein gestochen scharfes Bild mit
mittlerem Kontrast. Insgesamt handelt es
sich um eine gute, praxisgerechte Optik.
In schwierigen Lichtsituationen muss
man "Abstriche" machen. Bei großer
Kälte ging das Fokussieren sehr schwer.
Der Dioptrienausgleich war nicht mehr
bewegbar. Das Glas bietet ein sehr gutes
Preis-/Leistungsverhältnis.
Burris Montana 8x32
Das gerade noch niedrig
bauende Burris Montana
8x32 wurde moosgrün voll
gummiarmiert. Das
Gehäuse besteht aus glasfaserverstärktem
Kunststoff.
Auf der Unterseite
befinden sich Daumenbetten.
Der Trageriemen
ist seitlich an- und absteckbar.
Der starke Vorsprung
stört beim Halten des Glases.
Das noch leichte Glas
ist führig. Die Fokussierwalze
auf der Brücke ist
noch gut erreichbar und gut
bedienbar. Der Dioptrienausgleich
erfolgt am rechten
Okular. Das Fokussieren
erfolgt im Fernglasinneren,
der Dioptrienausgleich
durch äußerliche Okularverschiebung.
Der Dioptrienausgleich geht
ruppig, sehr schwer und ungleichmäßig.
Eine saubere Justierung fällt schwer. Die
Drehaugenmuscheln sind fünffach rastbar.
Sie haben seitlich einen umstülpbaren
Seitenlichtschutz. Brillenträger können
das gesamte Sehfeld nutzen. Die
Dachkantprismen erhielten eine Phasenkorrektur.
Die mehrfach vergütete Optik
wies eine geringe Lichttransmission von
nur 79/77 % (Tag/Nacht) auf. Die
geringe Auflösung war nur mittelmäßig
und geringer als bei den meisten Konkurrenten.
Das Glas bietet trotzdem ein
mittig scharfes Bild mit durchschnittlicher
Randschärfe. Auch der Kontrast ist
nur mittelmäßig. Insgesamt eine nur
durchschnittliche Optik, die sich jedoch
noch gut für Tagespirsch und Tageslicht
eignet. Bei schwierigen Lichtsituationen
muss man Abstriche machen. Der Preis
ist dementsprechend gering.
25.02.2012 10:00