6,5x57 und 6,5x57 R

Jagdpatronen im Porträt

Die 6,5x57 ist eine Entwicklung von Paul Mauser und stammt aus dem Jahre 1893. Im Gegensatz zu den anderen Mauser- Entwicklungen war die 6,5x57 keine Militärpatrone, sondern von Anfang an als Jagdkaliber gedacht.
6,5x57_alte Patronen mit Stahlmantel.jpg © Norbert KlupsGalerie Sie hat aber sicher als Vorbild für andere Militärpatronen, wie etwa die 6,5x55 Schwedisch Mauser oder die 6,5x58 Portugiesisch Mauser, gedient.

Abstammung

Oft wird behauptet, die 6,5x57 ist durch Einziehen des Hülsenhalses der 7x57 entstanden. Das ist sicher nicht der Fall, denn die Hülsenschulter der 6,5x57 liegt weiter vorn als bei der 7x57. Hätte Paul Mauser lediglich den Hülsenhals eingezogen, wären die Schultern auf gleicher Höhe oder sie lägen bei der 6,5x57 sogar etwas weiter hinten. Die Randversion kam kurze Zeit später.

Mehr Leistung ohne Rand

Der maximal zulässige Höchstgasdruck der Randpatrone ist auf nur 3.300 B ar festgelegt. Bei der randlosen 6,5x57 mit 3.900 B ar liegt dieser deutlich höher, was natürlich die Leistung beeinflusst. Dieser Umstand trug den zur Zeit der Entwicklung der Patrone oft nicht sehr stabilen Verschlüssen der Kipplaufwaffen Rechnung. Die randlose Version hat gegenüber der Randpatrone eine um etwa 10 % höhere Leistung. Trotzdem war die 6,5x57 R den damaligen 6,5-mm-Patronen, wie etwa 6,5x58 R, 6,5x53 R oder 6,5x61 R, deutlich überlegen und wurde in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sehr beliebt. Durch das breite Spektrum an Geschossgewichten von 6,0 bis 10,3 g ist der Anwendungsbereich der 6,5x57 (R) sehr groß.

Für Rehwild, Gamswild und Hochwild


Die rasante 6-g-Laborierung ist eine beliebte Gamspatrone bei Bergjägern und hat schon eine beeindruckende Außenballistik. Mit einem Hochschuss von 4 cm auf 100 m eingeschossen, schießt die 6,5x57 auf 200 m Fleck und fällt auf 300 m nur 20 cm. Für schwereres Wild sind die 7 und 8 g-Geschosse vorzuziehen. Wer überwiegend im Wald jagt, wird sogar Geschossgewichte von über 9 g bevorzugen. Damit ist die 6,5x57 (R) eine sehr universelle Patrone, deren Einsatzgebiet hauptsächlich bei Rehwild, Gamswild und leichtem Hochwild liegt.

Hohe Geschossvielfalt

Das Patronenangebot ist erfreulicherweise groß. Allein RWS hat bei der randlosen sowie bei der Randpatrone vier Laborierungen mit Geschossgewichten von 6,0 bis 9,1 g im Programm. Weitere Patronenanbieter sind Sellier&Bellot, Sax und Blaser. Die US-Patronenhersteller hingegen haben die 6,5x57 nicht im Programm, denn die .257 Roberts ist fast identisch.

Lange Freiflugzeit

Man kann oftmals hören, dass es bei der 6,5x57 wegen des langen Übergangskegels Präzisionsprobleme, besonders mit leichten Geschossen, gibt. Das ist sicher kein generelles Problem, denn auch andere Patronen haben lange Übergangskegel, etwa die Weatherby-Patronen, und schießen auch präzise. Dazu sind viele Büchsen bekannt, die mit der 6-g-Laborierung ausgesprochen gut schießen. Es ist eben so, dass nicht jede Büchse mit jeder Laborierung gleich gut schießt – hier stellt auch die 6,5x57 keine Ausnahme dar.

Fazit


Die kleine 6,5er ist eine sehr effektive und universell einsetzbare Patrone. Sie lässt sich rückstoßarm schießen und ist besonders im Gebirge und im Feldrevier zu Hause.
6,5x57_alte Patronen mit Stahlmantel.jpg © Norbert Klups
6,5x57_mit und ohne Rand.jpg © Norbert Klups
6,5x57_rand- und randlose.jpg © Norbert Klups
03.06.2012 08:30

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