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Klein und fein
Die Nachtsichttechnik hat in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Wo früher noch große, sperrige Infrarotgeräte mit eigenem Scheinwerfer und Batteriekasten notwendig waren, werden heute handliche Taschengeräte auf Restlichtbasis eingesetz.
Infrarot
Nachtsichtgeräte auf Infrarotbasis sind sogenannte "aktive Nachtsichtgeräte", die immer eine eigene Lichtquelle brauchen. der für das Auge unsichtbares Infrarotlicht aussendet. Neben dem Beobachtungsgerät muss der Benutzer also noch einen Scheinwerfer und eine Stromquelle mitführen. Die Reichweite eines Infrarot-Nachtsichtgerätes ist natürlich auf die Reichweite des Scheinwerfers begrenzt.
Restlicht
Ein moderner Restlichtverstärker benötigt keine eigene Lichtquelle, sondern verstärkt das im Freien vorhandene Restlicht. Die komplizierte Elektronik wandelt das gesammelte und verstärkte Licht in einfarbig grüne Bilder um. Diese werden auf einem dem Benutzer zugewandten Bildschirm dargestellt. Ein gewisser Anteil an Restlicht ist fast immer vorhanden, auch wenn die Nacht eigentlich stockdunkel erscheint. Gut kombiniert Restlichtverstärker sind nicht nur auf den Teil des Lichtes angewiesen, der für das Auge sichtbar ist, sondern verwerten auch den Infrarotbereich. Oft wird aber eine Infrarotlampe als Verstärker benutzt, um die Leistung noch zu steigern. Bei vielen Modellen ist so eine kleine Lampe auch schon direkt am Nachtsichtgerät angebracht.
Wie funktioniert ein Nachtsichtgerät?
Ein Nachtsichtgerät verfügt wie ein Fernglas auch über ein Objektiv und ein Okular. Das vom Objektiv erzeugte Bild gelangt an eine Fotokathode und wird dort in Strom umgewandelt. Unter einer Kathode versteht man ein sehr dünnes Glasfaserplättchen. Top-Geräte verwenden heute auch schon Mikrokanalplatten, die Strompartikel nicht nur verstärken, sondern sogar vermehren. Der Strom muss jetzt natürlich wieder in sichtbare Bilder umgewandelt werden. Das geschieht üblicherweise an einem meist mit Sulfid-Phosphor beschichteten Bildplättchen. Fotokathode, Mikrokanalplatte und der Phosphorschirm bilden die Bildverstärkerröhre, das teuerste Bauteil eines Nachtsichtgerätes. Der Betrachter blickt durch das Okular wie durch eine Lupe auf die Bildverstärkerröhre und hat jetzt ein einfarbiges, grünes Bild vor Augen, das je nach Leistungsfähigkeit des Gerätes mehr oder weniger deutlich ist. Einige Hersteller arbeiten auch heute mit Schwarz/Weiß- Bildern.
Blick in die Zukunft
Die Zukunft der Nachtsichttechnik liegt wohl bei den Wärmebildkameras, besonders wenn es darum geht, Lebewesen aufzuspüren. Diese Geräte reagieren schon auf kleinste Temperaturunterschiede. Mit ihnen ist es zum Beispiel sogar möglich, einen Bock auszumachen, der in einem Kornfeld steht oder eine Rotte Sauen in der Dickung. Die Körperwärme wird verstärkt und das Wärmebildgerät zeigt dem Betrachter die Kontur des Objektes an. Das ist zur Zeit noch sehr kostspielig, aber das waren die ersten Restlichtverstärker ja bekanntlich auch.


