Wüstenkrieger

Weit ziehen die Jäger

Die Namen gebenden Touareg ziehen durch die Sahara und dominieren ein weites Land. Das gelingt mit dem Touareg auch bei großen und weiten Revieren mit höchst unterschiedlichen Biotopen. Der Touareg V6 Diesel hat auf alle Revierfragen eine Antwort.
Honda CR-V_U.S model.jpg © Mag. Florian LaszloGrößer Er ist groß und schwer, macht sich optisch aber klein. Er protzt nicht mehr,als sich kaum verhindern lässt,bietet aber unmissverständliche Präsenz – auf Parkplätzen wie Überholspuren. Man sitzt hoch und sieht weit. Platz bietet er ordentlich, aber nicht in der Form von lieferwagenmäßig offenem Raum, sondern mit verbindlicher Kompaktheit. Dieser sportliche Zugang ist problematisch spürbar bei der dominanten Mittelkonsole, die kräftigen Herren in Winterausrüstung leicht ein Gefühl der Enge gibt. Auch auf der Rückbank und beim Kofferraum werden keine Klassenrekorde gebrochen, aber man hat deutlich mehr Platz als in den deutschen Oberklassen.

Revierfahrt


Die erste Frage beim neuen Touareg heißt: "Offroad-Paket 4x-Motion oder nicht?" Nur so bekommt man ein Reduktionsgetriebe und sperrbare Differenziale in der Mitte und hinten. Angewählt werden Offroad-Modus, Untersetzung und die Sperren über einen Drehschalter, daneben findet sich der Schalter für die Verstellung der Bodenfreiheit, die mit bis zu 30 cm viel Platz für Hindernisse bietet. Auch der Dämpfungsgrad ist bei der ebenfalls aufpreispflichtigen Luftfederung einstellbar. Das Offroad-Paket lässt sich auch mit der Start-Stopp-Automatik kombinieren. Im Fahrbetrieb filtert der Touareg das Gelände sehr lange weg, erst bei erhöhter Bodenfreiheit verhärtet das Fahrwerk so weit, dass man die Geschwindigkeit freiwillig anpasst. Langsame Passagen mit Verschränkungen meisterter erstaunlich sicher, wobei man den Sensoren immer etwas Zeit geben muss, den Untergrund zu erfühlen. Dann fährt der Touareg weiter, als ob nichts wäre, wobei man selbst ohne Gurt schon aus dem Sitz kippen würde. Für die meisten SUV gilt, dass sie mehr können, als die Fahrer jemals abrufen. Beim Touareg gilt das auch noch bei heftigen Offroad-Einsätzen.

Leichtes Zugpferd

VW Touareg_Aufmacher.jpg © Mag. Florian LaszloGrößer Im Straßenbetrieb legt er immer noch eine behände Leichtigkeit an den Tag,die man bei mehr als 2 to Lebendgewicht dem "kleinen" Diesel (mit immerhin 240 oder 245 PS) kaum zutrauen würde. Er ist leise und bietet guten Überblick und ist damit ein angenehmes Fernreiseauto, das vor Ort sofort zum Geländewagen mutiert – die richtigen Reifen vorausgesetzt.

Auch als Hybrid


Neben dem V6 TDI als Volumenmotor gibt es den V8 TDI und den V6-Benziner, der mit einem Elektromotor zum echten Hybrid mit 333 PS wird. Allen gleich ist das DSG mit faszinierenden acht Gängen, womit man mit der Automatik von BMW gleichzieht.
Das Doppelkupplungsgetriebe ist ein Wunder an Effizienz und Sportlichkeit, das auch im langsamen Schiebebetrieb nicht mehr ruckelt. Die schiere Zahl an Gangwahlmöglichkeiten macht eine sinnvolle Nutzung des Handschaltmodus außerhalb des Geländes jedoch fast unmöglich. Man verliert beim Touareg schlicht den Überblick. Die Anzahl der Gänge verwirrt allerdings auch die Technik, was bei Nutzung des ausgezeichneten Tempomates auffällt. Etwa auf Bundesstraßen sorgen wechselnde Geländegegebenheiten immer für einen anderen Gang der acht möglichen. Damit schaltet das DSG mehrfach in der Minute, was man kaum bemerken würde, wenn sich nicht die Tonlage des Motors immer leicht ändern und ein ungewolltes Orgelkonzert bescheren würde.

Keine Wünsche offen

Auf der Ausstattungsebene gibt es kaum etwas, was man sich nicht wünschen kann, und so lässt sich noch mal ein Tiguan wertmäßig drauflegen für die Freude von Leder und Assistenten sonder Zahl, die einen Luxus verbreiten, den man sofort nicht mehr missen möchte. Serienmäßig sind die makellose Verarbeitung und die Liebe für jegliche Details, die vor allem im Innenraum für zahlreiche Freuden sorgt. Fazit Mit dem Touareg V6 Blue-Motion kann man nichts falsch machen und er kombiniert Platz, Prestige, Understatement, Geländetauglichkeit und (relatives) Umweltbewusstsein auf faszinierende Weise.

Charakteristik

Der feine VW fürs Grobe.

Mitbewerber

BMW X3/X5, Audi Q5/Q7, Range Rover Sport, Mercedes ML.

VW Tourag V6 TDI Bluemotion

Länge/Breite/Höhe: 4,79/1,94/1,71 m
Leer-/Gesamtgewicht/Nutzlast: 2.153/2.840/687 kg
Anhängelast ungebr./gebr.: 750/2.400 kg
Reifen: 235/65 17
Bodenfreiheit: 22 bis 30 (mit Luftfederung) cm
Böschungswinkel vo/hi/Rampenwinkel: 25,4/26/20,5 °
Geländeuntersetzung: nein
Steigfähigkeit: 45 ° oder 100 %
Watttiefe: 58 cm
Achse v/h: Doppelquerlenker mit Stahlfederung oder Luftfederung
Antrieb: permanenter Allradantrieb 4motion mit Torsen-Differential oder 4xmotion
mit sperrbarem Mitteldifferential und Reduktionsgetriebe – Standardverteilung
40:60 v/h.
Motor: 3,0 l V6-Zylinder CommonRail-Diesel, 245 PS bei 3.800 – 4.400 U/min,
550 Nm bei 1.750-2.750 U /min, 8-Gang- Doppelkupplungsgetriebe
Bremsen: v/h Scheiben/Scheiben
Leistungen: 7,8 s von 0 auf 100 km/h, Vmax: 220 km/h
Verbrauch: 7,3 l
CO2: 193 g/km
Testverbrauch: 8,4 l
Preis: ab 56.790,- (204 PS), 4xmotion: 66.220,- €
14.04.2012 08:50

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