Spektive

Monokulare Beobachtungsgeräte

Spektive oder Teleskope sind hochvergrößernde, monokulare Beobachtungsgeräte. Sie werden zum genauen Ansprechen im Jagdbetrieb eingesetzt. Digiscoping bezeichnet man das Fotografieren mithilfe eines Spektives.

Zwei Typen

Man unterscheidet die Bauarten Ausziehspektive und Festkörperspektive. Die Ausziehspektive kann man auf ein sehr kompaktes Transportmaß zusammenschieben. Ausgezogen lassen sie sich sehr gut angestrichen am Bergstock oder auf dem Rucksack aufgelegt handhaben. Spektive sind bei der Gebirgsjagd unerlässlich. Sie leisten aber auch bei der Rehbockjagd im Feld hervorragende Dienste. In der Regel sind sie mit einem fixen Okular ausgestattet. Es gibt aber auch Ausziehspektive mit Okularwechselmöglichkeit und solche mit variablem Okular. Die üblichen Objektivdurchmesser liegen zwischen 70 und 85 mm. Gebräuchliche Ausziehspektive haben Kenndaten wie 25x70, 30x75, 30x80, 30x85 oder 15-45x80. Ausziehspektive saugen Luft beim Ausziehen an. Trotz Filter müssen sie innen mal gereinigt werden. Wie bei den Festkörperspektiven sind echte Brillenträgerokulare üblich, damit man auch mit Brille das gesamte Sehfeld< nutzen kann. Ausziehspektive haben den Nachteil, dass sie nie wasserdicht sind. Sie erreichen auch nicht die Bildschärfe und Bildbrillanz eines Festkörperspektivs. Festkörperspektive, oft auch Teleskope genannt, bestehen aus einem festen Grundkörper. Dieser ist hermetisch verschlossen. Meist kann man die Okulare mit Bajonettverschluss oder Feingewinde wechseln. Festkörperspektive sind wasserdicht. Sie gibt es mit Gerade- und Winkeleinblick. Die Objektivdurchmesser liegen zwischen 60 und 85 mm, seltener bei 100 mm.

Groß, größer, …

Variable Okulare haben in der Regel 2- bis 3-fachen Zoom. Zeiss hat ein Okular mit 3,5-fachem Zoom (20-75x/15-56x). Ein Vergrößerungsbereich von 20- bis 60-fach ist beliebt. Es gibt aber auch fixe Okulare mit meist rund 30-facher Vergrößerung. Wer höchste Bildgüte wünscht, muss ein Festkörperspektiv mit fluoridhaltigen Objektiven wählen. Das ist meist erkennbar durch Zusatzbezeichnungen wie HD (High Definition), FL (Fluorid Linsen) oder ED (Extra low Dispersion). Damit werden Farbsäume verhindert. Hochwertige Festkörperspektive erbringen eine sehr hohe Auflösung (Schärfe), beste Farbtreue und hohen Kontrast. Die Bildbrillanz ist hervorragend. Für das Fokussieren ist eine Dualfokussierung mit Schnell- und Feinfokussierung auf dem Spektivkörper ideal. Es gibt aber auch andere Fokussiermöglichkeiten wie mittels Fokussierring in Spektivkörpermitte. Festkörperspektive sind meist etwas schwerer und sperriger als Ausziehspektive. Sie bieten die bessere Bildgüte und sind ideal für das Digiscoping. Es gibt auch kompakte Festkörperspektive wie die Leupold-Spektive Golden Ring 12-40x60 und 12-40x80. Diese nehmen mittels Spiegel eine Lichtumleitung im Inneren vor und ermöglichen damit eine sehr kurze Bauweise.

Im Revier

Im Jagdbetrieb lassen sich auch Festkörperspektive gut auf dem Rucksack aufgelegt handhaben. Angestrichen sind sie schwerer und weniger ideal handhabbar als Ausziehspektive. Ideal ist für alle Spektive eine Stativbefestigung. Es sei noch angemerkt, dass bei den meisten Jagdgelegenheiten ein Objektivdurchmesser zwischen 60 und 75 mm ausreicht. In der Dämmerung bieten 80 mm oder gar 85 mm etwas mehr. Bei schwindendem Licht bringt eine niedrigere Vergrößerung sehr viel mehr als ein 10 oder 20 mm größeres Objektiv. Variablen Okularen ist deshalb der Vorzug zu geben. Alle Spektive sollten dämpfend gummiarmiert sein. Eine Gegenlichtblende ist wünschenswert. Ein Stativanschluss ist selbstverständlich. Ferner bieten die Hersteller noch mehr oder weniger praktische Tragegeschirre, Köcher oder Bereitschaftstaschen an.
16.06.2011 11:23

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