Präzise & klassisch

Finnland trifft Hessen

Wenn sich eine Präzisionswaffe aus Finnland mit einem Zielfernrohr "Made in Germany" trifft, so verspricht das eine perfekte Kombination. Im Kaliber .300 Winchester Short Magnum (WSM) wurde dieses Duett in den vergangenen Monaten ausführlich getestet.
Sako_Aufbauchung.jpg © FM Martin SchusterGrößer Für das reine Rehwildrevier ist die SakoMA 05 zu stark dimensioniert. Wer regelmäßig auf stärkeres Schalenwild und auf weite Entfernungen jagt, für den ist die .300 WSM eine gute Wahl. Läufe vom finnischen Hersteller Sako sind für ihre hohe Präzision bekannt. Die Schäftung ist ganz jagdlich ausgefallen und besticht mit ihrer klassischeleganten Linienführung. Das dunkle, schön gemaserte Nussbaumholz und die klaren Linien machen die Waffe optisch ansprechend. Die Aufbauchung am Pistolengriff führt zu einer optimierten Handlage. Der Hinterschaft wird von einer schwarzen, griffigen Gummischaftkappe im Old-English-Style abgeschlossen. Am Pistolengriff sowie am Vorderschaft findet sich eine zweckmäßige, brauchbar geschnittene Fischhaut. An beiden ist ein Abschluss in Edelholz angebracht worden.

Der Vorderschaft weist zusätzlich eine sehr schöne Tropfnase auf. Der Schaft selbst ist mit einem leichten Schweinsrücken und einer bayrischen Backe ausgestattet. Der trocken stehende Kombiabzug ist mit einem Rückstecher versehen. Dieser ist individuell justierbar und ermöglicht ein punktgenaues, präzises Abkommen. Ein übermäßiger Rückstoß oder ein Mündungshochschlag konnten nicht beobachtet werden. Bei einer Lauflänge von 62 cm (112,5 cm gesamt) in den Magnum-Kalibern bringt die Waffe 3,3 kg auf die Waage und ist um 2.079 € im Fachhandel erhältlich.

Optik

Auch wenn man vom hessischen Zielfernrohrhersteller Schmidt und Bender in Österreich zuletzt wenig gehört hat,Optik-bauen können sie. Das Zenith 3 – 12 x 50 mit dem Flash Dot 7-Absehen wurde mittels einer OptiLock-Montage auf der Waffe montiert. Sollte man das Glas nicht häufig abnehmen wollen, so ist die günstige Festmontage von Sako nur zu empfehlen. Sechs Intensitätsstufen beim Leuchtabsehen im Tag- und fünf Stufen im Nacht-Modus waren für jagdliche Belange ausreichend. Zwischen den Stufen sechs und sieben ist eine Nullstellung vorgesehen. Mittels eines einzigen Klicks kann man die Leuchtintensität rasch an die Lichtverhältnisse in der Morgen- oder Abenddämmerung anpassen. Somit entfällt das leidige Raufund Runterdrehen bis zur gewünschten Einstellung. Nach sechs Stunden schaltet sich der Leuchtpunkt automatisch ab. Hier sind die Modelle der Mitbewerber mit einer kürzeren Zeitspanne im Vorteil. Ein Glas für alle jagdlichen Bereiche von der (mit Einschränkungen) Drückjagd bis hin zur Gamsjagd auf weite Entfernungen.

Bei Herbstregen, Schneefall und hellem Sonnenschein in den Morgenstunden wurde das Glas sehr erfolgreich eingesetzt. Gerade bei stärkeren Kalibern erweist sich der große Augenabstand von 9 cm als vorteilhaft. Die griffige, geriffelte Vergrößerungsverstellung ermöglicht eine einwandfreie Bedienung auch bei Regennässe oder mit Handschuhen unter winterlichen Bedingungen. Auffällig war die vergrößerte "Rippe" im Bereich der sechsfachen Vergrößerung. Mit einer halben Umdrehung deckt man den gesamten Vergrößerungsbereich ab. Das Sehfeld beträgt zwischen 12,4 und 3,2 m/100 m. Das Glas bringt bei einer Länge von 342 mm 616 g auf die Waage und ist um 1.954 € im guten Fachhandel erhältlich. Für die OptiLock-Montage sind nochmals 188 € zu berappen.

Handhabung und Schussleistung

Der Repetierer konnte sich bei der Jagd in den Herbst- und Wintermonaten voll bewähren. Auf dem Schießstand haben die Schussbilder der Waffe ein sehr gutes Zeugnis hinsichtlich der Präzision ausgestellt. Mit der zum Einsatz gekommenen Sako-Munition (180 gr/11,7 g Super Hammerhead Soft Point) konnten Streukreise um 16 mm erzielt werden. Eine schnelle Schussfolge wurde durch den abstehenden Kammerstängel mit kugeligem Abschluss ermöglicht. Hinsichtlich der Präzision kann der Waffe ein ausgezeichnetes Zeugnis ausgestellt werden. Das Geschoss an sich ist jedoch vor allem für mittleres bis starkes Wild zu empfehlen. Ab etwa 40 kg aufwärts kann mit einer guten Augenblickswirkung und guten Schusszeichen gerechnet werden. Ein Ausschuss war in der Regel immer vorhanden. Lediglich bei Rehwild konnte das Geschoss nicht überzeugen. Fluchtstrecken von 20 bis 70 m bei tödlichen Treffern im Herz-/ Lungen-Bereich waren die Regel. Teilweise war kein Zeichnen festzustellen. Zugute halten muss man dem verwendeten Geschoss die geringe Wildbretentwertung und Hämatombildung. Mehrere selbst aus der Decke geschlagene Stücke Schalenwild gaben keine Gründe zur Beanstandung.Der Zweistellungs-Sicherungsschieber war zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Mit dem Daumen gefühlvoll bedient, erwies er sich als brauchbar. Das Steckmagazin fasst im Kaliber .300 WSM vier Patronen und ist mit einem Schulterstopp ausgestattet. Es ist gesichert, um nicht verloren zu gehen. Zum Entnehmen des Magazins muss man dieses eindrücken und danach den versenkten Verriegelungsknopf betätigen. Die Patronenzufuhr und deren Auswurf funktionierten reibungslos.

Fazit


Die Sako MA 05 stellt eine hervorragende Büchse für die Jagd auf alles mitteleuropäische Schalenwild dar. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hier und man bekommt für sein Geld ein hochpräzises Arbeitsgerät für fast alle Einsätze. Das Testkaliber erwies sich als etwas stark, was aber bei der breiten Kalibervielfalt kein Problem darstellen sollte. Bei schwächerem Wild muss allerdings mit geringen Fluchtstrecken gerechnet werden. Die Präzision ist, wie von Sako gewohnt, hervorragend. Das hier zum Einsatz gekommene Schmidt und Bender-Zielfernrohr Zenith 3 –12 x 50 deckt die meisten mitteleuropäischen Bedürfnisse ab und stellt für mich mit dem Leuchtabsehen ein Universalglas dar.
29.05.2012 09:18

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